Eingangsbereich zur Zentralen Notaufnahme des Klinikum Ernst von Bergmann und zur Ärztlichen Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg
Im Klinikum Ernst von Bergmann wurde am 27. Dezember 2025 gegen 12:00 Uhr ein Massenanfall von Verletzten der Notfallstufe 2 (MANV2) ausgelöst. Ursache ist die anhaltende Glatteis-Lage in Potsdam, Berlin und Potsdam-Mittelmark. In der Rettungsstelle wurden zeitweise bis zu 86 verletzte Patientinnen und Patienten versorgt. Zudem befinden sich zahlreiche Rettungswagen in der Warteschlange zur Übergabe weiterer Verletzter. Es handelt sich überwiegend um leicht- bis mittelschwerverletzte Personen; schwerstverletzte Patientinnen und Patienten gibt es nach aktuellem Stand nicht. Die Kinderrettungsstelle ist nicht betroffen und arbeitet regulär.
Auch die umliegenden Krankenhäuser versorgen derzeit eine hohe Anzahl verletzter Personen aufgrund der aktuellen Wetterlage.
Ein Massenanfall von Verletzten ist eine außergewöhnliche Notfallsituation, bei der das Gesundheitssystem kurzfristig an seine Kapazitätsgrenzen kommt und daher nach speziellen Notfallkonzepten arbeitet.
Mit dem Auslösen der Notfallstufe 2 bedeutet dies konkret:
- Die Versorgung übersteigt den Normalbetrieb eines Krankenhauses
- Zusätzliches medizinisches Personal wird alarmiert und einbestellt
- Spezielle Einsatz- und Alarmpläne treten in Kraft
- Behandlungsabläufe werden angepasst, um viele Verletzte parallel versorgen zu können
- Patientinnen und Patienten werden nach der Schwere ihrer Verletzungen priorisiert (Triage)
Zur Bewältigung der Lage wurden die Unfall- und Allgemeinchirurgie alarmiert und mobilisiert. Zusätzliche Mitarbeitende befinden sich auf dem Weg ins Haus, um die Versorgung sicherzustellen. Auch das Team der Kinder- und Jugendchirurgie behandelt aktuell leicht verletzte Erwachsene.
Der reguläre Klinikbetrieb läuft weiterhin wie gewohnt. Auch Besuche im Klinikum sind grundsätzlich möglich, es wird jedoch gebeten, diese auf das Notwendige zu beschränken, um zusätzliche Belastungen zu vermeiden.
Wir gehen derzeit davon aus, dass uns diese angespannte Lage noch mindestens 24 bis 36 Stunden begleiten wird. Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger eindringlich, wenn irgend möglich zu Hause zu bleiben, Wege zu vermeiden und sich regelmäßig über die Wetterlage zu informieren.
Prof. Dr. med. Michael Oppert, Chefarzt des Zentrums für Notfall- und Intensivmedizin des Klinikum Ernst von Bergmann
Das Klinikum Ernst von Bergmann ist auf die Situation vorbereitet und arbeitet eng mit dem Rettungsdienst zusammen.