Potsdam, 20. Mai 2026

Portraitfoto Prof. Dr. med. Karin Jordan

Prof. Dr. Karin Jordan, Chefärztin der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin

Maria Parussel

Große Anerkennung für die Krebsmedizin am Klinikum Ernst von Bergmann: Prof. Dr. Karin Jordan, Chefärztin der Klinik für Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie sowie Supportiv- und Palliativmedizin, ist mit dem renommierten Stiftungspreis der San Salvatore Foundation Lugano ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand am 16. Mai 2026 im schweizerischen Lugano statt. Die international angesehene Stiftung ehrt seit 1979 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die die Behandlung von Krebserkrankungen in besonderer Weise vorangebracht haben.

Supportivtherapie – die unterstützende Behandlung von Nebenwirkungen während einer Krebstherapie

In ihrer Laudatio würdigte die Präsidentin der Stiftung, Prof. Dr. Solange Peters, Prof. Dr. Karin Jordan als „renommierte, inspirierende und engagierte Verfechterin“ der supportiven Therapie in der Onkologie. Besonders hervorgehoben wurden ihre mehr als 200 per-reviewed wissenschaftlichen Publikationen sowie ihre Federführung bei nationalen und internationalen Leitlinien zur Supportivtherapie. Das Preisgeld beträgt 50.000 Schweizer Franken.

Mit der Auszeichnung gehört Prof. Dr. Karin Jordan zu einem kleinen Kreis deutscher Preisträgerinnen und Preisträger. Vor ihr wurden unter anderem der Neuroonkologe Prof. Dr. Michael Weller sowie der Hämatologe Prof. Dr. Volker Diehl geehrt. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit von Prof. Dr. Karin Jordan steht die sogenannte Supportivtherapie – also die unterstützende Behandlung von Nebenwirkungen während einer Krebstherapie. Ziel ist es, Belastungen durch Chemotherapien oder andere onkologische Behandlungen möglichst gering zu halten und damit die Lebensqualität sowie den Behandlungserfolg der Patientinnen und Patienten zu verbessern.

„In der Onkologie geht es häufig zuerst um das Überleben. Gleichzeitig wird oft unterschätzt, wie entscheidend ein gutes Nebenwirkungsmanagement für den Therapieerfolg ist“, erklärt Prof. Dr. Karin Jordan. „Supportive Therapie ist dann erfolgreich, wenn Patientinnen und Patienten ihre Behandlung möglichst ohne oder nur mit geringen Nebenwirkungen erleben.“ 

Krebserkrankungen zählen weltweit zu den häufigsten schweren Erkrankungen. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr mehrere hunderttausend Menschen neu an Krebs. Moderne Therapien verbessern die Überlebenschancen stetig – gleichzeitig wachsen jedoch auch die Anforderungen an die unterstützende Versorgung während der Behandlung.

„Die Auszeichnung ist auch Ausdruck einer Entwicklung, die über viele Jahre gewachsen ist“, sagt Prof. Dr. Karin Jordan. „Ich hatte die wertvolle Gelegenheit, sowohl klinisch als auch wissenschaftlich an universitären Standorten wie Halle aber auch Heidelberg arbeiten zu können. Zum anderen ist es gelungen, weltweit Kolleginnen mit besonderer Expertise in der Krebstherapie nachhaltig über zwei Jahrzehnte in einen konstruktiven Arbeitsmodus zusammenzuführen und am Ende unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen. Das braucht Durchhaltevermögen und ein gutes Abwägen von Argumenten. Die Begeisterung dafür ist mir wohl nie ausgegangen“.

Für ihre Tätigkeit am Klinikum Ernst von Bergmann sieht sie in der Auszeichnung vor allem einen Auftrag: „Am Ende zählt, was bei den Patientinnen und Patienten wirklich ankommt. Genau darin liegt die große Chance: wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in eine gute Versorgung zu übersetzen. Mit unserem Onkologischen Zentrum und den interdisziplinären Teams sind wir dafür am Klinikum Ernst von Bergmann bereits sehr gut aufgestellt.“

Auch für das Klinikum selbst ist die internationale Ehrung ein wichtiges Signal. Sie unterstreicht die hohe fachliche Expertise des Hauses im Bereich der Krebsmedizin und die Bedeutung moderner, ganzheitlicher Versorgungskonzepte für Patientinnen und Patienten in Potsdam und Brandenburg.