Potsdam, 1. Juni 2026

Frau mit blonden langen Haaren, mit blau-grünem Jacket vor blauem Hintergrund

Jenny Andresen, Spezialistin für Internationales Personalmanagement

Wie können internationale Pflegefachkräfte fair angeworben, nachhaltig integriert und zugleich schneller für die Versorgung in Deutschland qualifiziert werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein bundesweit bislang einzigartiges Pilotprojekt in Brandenburg, an dessen Entwicklung und Umsetzung auch Jenny Andresen als Spezialistin für Internationales Personalmanagement am Klinikum Ernst von Bergmann fachlich beteiligt ist.

Das Projekt der Hoffbauer-Stiftung im Bereich der Altenpflege wurde am 29. Mai 2026 gemeinsam mit Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke in Ferch vorgestellt. Ziel ist es, indische Pflegefachpersonen bereits mit einer speziell vorbereiteten Qualifizierung nach Deutschland einreisen zu lassen und sie strukturiert in die Versorgung zu integrieren.

Besonderheit des Projekts: Die Teilnehmenden absolvieren bereits in Indien ein abgestimmtes Ausbildungsergänzungskonzept und reisen mit einer anerkannten Qualifikation als Altenpflegehelferinnen beziehungsweise Altenpflegehelfer ein. Parallel zur praktischen Tätigkeit in Deutschland erfolgt die weitere Qualifizierung mit dem Ziel der Anerkennung als Pflegefachperson. Das Projekt wird über drei Jahre hinweg durch die zuständigen Behörden begleitet und evaluiert.

Jenny Andresen begleitete das Vorhaben fachlich von Beginn an mit. Hintergrund war unter anderem ein gemeinsamer Austausch zum sogenannten „Brandenburger Weg“ im Gesundheitswesen. Ihre Erfahrungen aus dem internationalen Personalmanagement brachte sie gezielt in die Entwicklung und praktische Umsetzung des Modells ein.

„Das Projekt zeigt, dass internationale Fachkräftegewinnung dann erfolgreich sein kann, wenn sie strukturiert, fair und nachhaltig gedacht wird“, erklärt Jenny Andresen. „Gesundheitsversorgung endet nicht an der Kliniktür. Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – und genau deshalb war es mir wichtig, meine fachliche Expertise in dieses innovative Projekt einzubringen.“

Deutschland steht seit Jahren vor einem zunehmenden Fachkräftemangel in der Pflege. Gleichzeitig steigen durch den demografischen Wandel die Anforderungen an Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und das gesamte Gesundheitswesen. Internationale Fachkräfte gelten deshalb als wichtiger Baustein, um die Versorgung langfristig sicherzustellen.

„Internationale Pflegefachkräfte werden auch künftig eine wichtige Rolle für die Gesundheitsversorgung spielen“, betont Kathleen Gernandt, Pflegedirektorin des Klinikum Ernst von Bergmann. „Entscheidend ist dabei, Integration verantwortungsvoll zu gestalten und Menschen nicht nur fachlich, sondern auch menschlich gut zu begleiten. Der Austausch von Erfahrungen und Expertise zwischen verschiedenen Einrichtungen ist dafür ein wichtiger Beitrag.“

Das Pilotprojekt wird gemeinsam mit verschiedenen Partnern umgesetzt, darunter die Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe, das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit, das Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes Brandenburg sowie der Gesundheitscampus Potsdam.