Potsdam, 1. Dezember 2025

Klinikum Westbrandenburg Standort Potsdam

Außenaufnahme des Klinikum Westbrandenburg, Standort Potsdam

Maria Parussel

Die Kinder- und Jugendklinik Potsdam wird im April 2026 als einer der ersten Standorte im Land Brandenburg eine medizinische Kinderschutzambulanz (KIA) eröffnen. Damit geht ein langjähriges, landesweites Engagement für den Aufbau spezialisierter Strukturen im medizinischen Kinderschutz in eine entscheidende Phase.

Schirmherrschaft von Landes-Kinder- und Jugendbeauftragter Katrin Krumrey setzt wichtiges Signal für Brandenburg

Seit 2019 bemühen sich Akteurinnen und Akteure im Land Brandenburg um die Etablierung strukturiert arbeitender Einrichtungen zum Kinderschutz – sogenannter Kinderschutzambulanzen und perspektivisch Childhood-Häuser. Brandenburg ist bislang das einzige Bundesland ohne diese spezialisierten Versorgungsstrukturen. Trotz breiter Unterstützung durch die Jugendämter und entsprechender politischer Beschlüsse fehlte es bislang an der Umsetzung.

Mit der Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft KIA, der Antragstellung bei der Kassenärztlichen Vereinigung zur Einrichtung von Kinderschutz-Institutsambulanzen und insbesondere mit der Übernahme der Schirmherrschaft durch die Landes-Kinder- und Jugendbeauftragte Katrin Krumrey kommt der Prozess nun entscheidend voran.

„Kinderschutzambulanzen sind ein unverzichtbarer Baustein für eine wirksame und vernetzte Hilfe im Kinderschutz. Mit der Schirmherrschaft möchten wir gemeinsam die notwendige Unterstützung durch Krankenkassen, Landesbehörden, Kommunen, Politik und Klinikstandorte bündeln helfen und den gemeinsamen Umsetzungsprozess voranbringen“, betont Landes-Kinder- und Jugendbeauftragte Katrin Krumrey.

KIA Potsdam: Ein zentraler Baustein für besseren Kinderschutz im Land Brandenburg

Die Kinder- und Jugendklinik Potsdam gehört zu den vier ersten geplanten Standorten, an denen im kommenden Jahr KIAs entstehen sollen – neben Eberswalde, Lauchhammer und Neuruppin.

Die KIA Potsdam wird als interdisziplinäre Anlaufstelle für Fälle von Verdacht auf Misshandlung, Missbrauch oder Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen fungieren. Sie unterstützt insbesondere die Jugendämter bei der fachlichen Einschätzung von Gefährdungslagen, ermöglicht standardisierte medizinische Untersuchungen und sorgt für eine enge, qualifizierte Abstimmung zwischen Medizin, Jugendhilfe und weiteren beteiligten Institutionen.

Darüber hinaus leisten Kinderschutzambulanzen einen wichtigen Beitrag zur Prävention und Qualitätssicherung im Kinderschutz. Sie bieten Beratung und Unterstützung für Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen und tragen damit zur landesweiten Stärkung des Schutzsystems bei.

Starke Stimme aus der Klinik: Kinder- und Jugendklinik Potsdam übernimmt Verantwortung

Für die Kinder- und Jugendklinik Potsdam bedeutet die Eröffnung der KIA einen zentralen Beitrag zur regionalen Versorgungssicherheit und zum medizinischen Kinderschutz.

Frau Dr. med. Petra Degenhardt, Ärztliche Direktorin der Kinder- und Jugendklinik Potsdam, erklärt dazu:

„Wir sehen in unserer Klinik täglich, wie wichtig klar strukturierte, fachlich unabhängige und interdisziplinäre Anlaufstellen im Kinderschutz sind. Die geplante Eröffnung der KIA Potsdam ist ein großer Schritt, um gefährdete Kinder und Jugendliche schneller zu schützen und die Zusammenarbeit aller beteiligten Instanzen zu stärken. Wir sind stolz, einer der ersten Standorte in Brandenburg zu sein und diesen dringend notwendigen Versorgungsbereich mit aufzubauen.“

Ein wichtiger Schritt für ganz Brandenburg

Die Landesarbeitsgemeinschaft KIA verfolgt das Ziel, die flächendeckende Umsetzung medizinischer Kinderschutzambulanzen im gesamten Land Brandenburg voranzutreiben. Mit der für 2026 geplanten Eröffnung der ersten vier Standorte wird ein wichtiger Meilenstein erreicht und der Weg für weitere Einrichtungen geöffnet.