Gruppenfoto (v.l.): Prof. Dr. Eva Schmitt-Rodermund (Präsidentin der Fachhochschule Potsdam), Katrin Krumrey (Landes-Kinder- und Jugendbeauftragte des Landes Brandenburg), Dr. med. Lena Kuntze (Leitende Oberärztin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik), Dr. med. Beatrix Schwarz (Leitende Oberärztin der Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie), Lea Bräunling (Lehramtsstudentin und Patientin der Kinder- und Jugendklinik), Noosha Aubel (Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Potsdam), Dr. med. Petra Degenhardt (Kongresspräsidentin der DGKiM Jahrestagung 2026 und Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie), Dr. med. Tanja Brüning (1. Vorsitzende DGKiM e.V. und Leiterin Kinderschutzambulanz Vestische Kinderklinik, Datteln)
Rund 320 Teilnehmende aus den Bereichen Pädagogik, Soziales, Justiz, Pädiatrie, Kinder- und Jugendchirurgie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Gynäkologie und Rechtsmedizin kommen vom 7. bis 9. Mai 2026 in der Fachhochschule Potsdam zur 17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKiM) zusammen, um sich über Kinderrechte und Kinderschutz auszutauschen.
Noosha Aubel, Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Potsdam, hieß die Teilnehmenden in ihrem Grußwort herzlich willkommen und erläuterte, wie Kinder und Jugendliche sowie Familien in Potsdam durch vielfältige Einrichtungen und Angeboten wichtige Unterstützung erhalten können. „Wir versuchen an den unterschiedlichsten Stellen niederschwellige Hilfen für Familien zu etablieren, beispielsweise mit dem Netzwerk Frühe Hilfen und dem Netzwerk Gesunde Kinder. Wir hoffen auch, dass es uns mit der kürzlich am Klinikum Ernst von Bergmann eröffneten Kinderschutzambulanz gelingt, noch besser, noch frühzeitiger, interprofessionell Kindern und Jugendlichen die Diagnostik zuteilwerden zu lassen, die es benötigt.“
Katrin Krumrey, Landes-Kinder- und Jugendbeauftragte des Landes Brandenburg: „Wenn wir sagen, die Medizin schulde dem Kinde „das Beste“, dann bedeutet das heute: Kindermedizin ist ein Grundrecht, kein Wirtschaftsgut. Es reicht nicht aus, Kinder „mitzuversorgen“. Eine Gesellschaft, die diesen Leitsatz ernst nimmt, muss sicherstellen, dass pädiatrische Strukturen ausreichend finanziert und personell so ausgestattet sind, dass sie den spezifischen Bedürfnissen von Kindern gerecht werden können – weg von der reinen Fallpauschale hin zu einer Versorgung, die dem Kind wirklich das Beste bietet.“
Die 19-jährige Lehramtsstudentin und Patientin der Kinder- und Jugendklinik in Potsdam, Lea Bräunling, sprach über ihre Gedanken und Erfahrungen, die sie im Zusammenhang mit der Umsetzung ihrer Kinderrechte in der Medizin gemacht hat. „Kinder sind nicht dumm. Sie bekommen sehr viel mehr mit, als man ihnen zutraut. […] Mit zunehmenden Alter wurde mir auch etwas anderes wichtiger: ernst genommen zu werden. Und gerade als Mensch mit Behinderung hört dieses Thema für mich auch mit der Volljährigkeit nicht einfach auf. […] Umso wichtiger ist es, dass Kinder und Jugendliche von Anfang an erleben, dass ihre Stimme zählt, denn es macht einen großen Unterschied, ob über einen gesprochen wird oder mit einem. Und das in jedem Alter. […] Wenn ich Ihnen also eines aus meiner Erfahrung mitgeben kann, dann vielleicht, dass es sich lohnt, Kinder nicht nur als kleinere, unwissendere Version eines Erwachsenen anzusehen, sondern als eigenes Individuum mit eigenen Gedanken und Gefühlen.“
Prof. Dr. Eva Schmitt-Rodermund, Präsidentin der Fachhochschule Potsdam: „Wir beschäftigen uns hier an der Fachhochschule Potsdam intensiv mit Schutzkonzepten, mit Fragen der Beteiligung von Kindern und mit der Förderung von Entwicklungs- und Teilhabechancen. Ich freue mich, dass wir als Fachhochschule nicht nur Gastgeberin sind sondern, dass wir auch aktiv zum Programm beitragen, mit Beiträgen aus dem Seminar „Kinder in der Medizin“. Hier zeigt sich ganz konkret, wie wissenschaftliche Ausbildung, die Praxis und gesellschaftliche Verantwortung zusammen wirken können.“
„Während der DGKiM Jahrestagung 2026 stellen wir an den drei Säulen der Kinderrechte – Partizipation, Protektion und Provision – unseren Beitrag dar, Kinderrechte umzusetzen und versuchen gleichzeitig aufzuzeigen, wo noch große Lücken in der Umsetzung bestehen“, erläutert Dr. med. Petra Degenhardt, Kongresspräsidentin der DGKiM Jahrestagung 2026 und Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam.
Kinderrechte orientieren sich an den besonderen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen, wie dem Schutz vor Gewalt in der Erziehung, ihrer Förderung durch Bildung sowie ihrem Recht auf Beteiligung. Kinderrechte sichern Kindern grundlegende Freiheiten und beste Bedingungen für ihre individuelle Entwicklung.
Über die Deutsche Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKiM e.V.)
Die Deutsche Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKiM e.V.) ist eine medizinische Fachgesellschaft, die sich seit 2008 für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Fachkräften, sowie die wissenschaftliche Lehre und Forschung im Bereich des Medizinischen Kinderschutzes einsetzt.