Potsdam, 28. April 2026

Sechs Personen sitzen an einem langen Tisch vor einem Publikum und führen eine Podiumsdiskussion in einem hellen Raum mit weißer Wand und Vorhang durch

Paneldiskussion: Versorgung von Demenz-Patient*innen in Brandenburg – Wie gelingt koordinierte Zusammenarbeit? mit (v.l.) Prof. Dr. med. Martin Südmeyer (Chefarzt der Klinik für Neurologie und Klinische Neuropsychologie), Brigitte Meier (Beigeordnete für Ordnung, Sicherheit, Soziales und Gesundheit, Landeshauptstadt Potsdam), Sonja Köpf (Geschäftsführerin Alzheimer Gesellschaft Brandenburg e.V.), Dr. med. Marion Kurzweil (Fachärztin für Allgemeinmedizin in Potsdam), Dr. Christian Kieser (Ärztlicher Direktor Klinikum Ernst von Bergmann), Dr. med. Uwe Meier (1. Vorsitzender Berufsverband Deutscher Neurologen)

Die Zahl der Menschen mit Demenz wird in den kommenden Jahren deutlich steigen – auch in Brandenburg. Gleichzeitig eröffnen neue medizinische Entwicklungen erstmals die Möglichkeit, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Vor diesem Hintergrund startete das Klinikum Ernst von Bergmann am 28. April 2026 mit der Auftaktveranstaltung des neuen Potsdamer Demenz-Netzwerks.

Demenz zählt zu den größten Herausforderungen des Gesundheitssystems. In Deutschland leben bereits heute rund 1,8 Millionen Menschen mit einer demenziellen Erkrankung, die Mehrheit davon mit Alzheimer. Durch die alternde Gesellschaft wird diese Zahl in den kommenden Jahren weiter steigen. Gleichzeitig stellt die Erkrankung nicht nur die Betroffenen, sondern auch Angehörige und das Versorgungssystem vor enorme Belastungen.

Mit dem neuen Netzwerk PotsDem soll die Versorgung in Potsdam und Brandenburg gezielt verbessert werden. Ziel ist es, Früherkennung, Diagnostik und Therapie enger zu verzahnen, Versorgungswege klar zu strukturieren und die Zusammenarbeit zwischen Kliniken, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie weiteren Partnern zu stärken.

„Wir stehen bei der Behandlung von Demenzerkrankungen an einem Wendepunkt“, so Prof. Dr. Martin Südmeyer, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Klinische Neuropsychologie am Klinikum Ernst von Bergmann. „Erstmals gibt es Therapien, die in den Krankheitsverlauf eingreifen können. Damit diese Möglichkeiten bei den Patientinnen und Patienten ankommen, brauchen wir eine frühere Diagnose und vor allem eine deutlich bessere Vernetzung aller Beteiligten.“

Das Potsdamer Demenz-Netzwerk setzt genau hier an. Es soll eine Plattform schaffen, um medizinisches Wissen zu bündeln, Versorgungsprozesse zu koordinieren und neue Therapieansätze strukturiert in die Praxis zu bringen. Gleichzeitig geht es darum, das Bewusstsein für das Thema Hirngesundheit und Prävention zu stärken.

„Die Versorgung von Menschen mit Demenz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die wir nur gemeinsam erfolgreich gestalten können. Umso mehr freut es mich, dass wir mit dem Potsdamer Demenz-Netzwerk PotsDem eine starke Grundlage schaffen: für bessere Vernetzung, mehr Austausch und eine spürbar verbesserte Unterstützung für Betroffene in unserer Stadt und der gesamten Region“, sagt Noosha Aubel, Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Potsdam.

 

„Demenz stellt unser Gesundheitssystem vor neue Herausforderungen – medizinisch, organisatorisch und menschlich. Als Klinikum übernehmen wir Verantwortung, diese Entwicklung aktiv zu gestalten und neue Versorgungsstrukturen aufzubauen, die den steigenden Anforderungen langfristig gerecht werden“, ergänzt Tomislav Gmajnic, Geschäftsführer des Klinikum Ernst von Bergmann.

Die Auftaktveranstaltung brachte Expertinnen und Experten aus Medizin, Wissenschaft, Politik und Versorgung zusammen. Neben Fachvorträgen zu aktuellen Entwicklungen in der Alzheimer-Forschung und neuen Therapieoptionen stand insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie eine koordinierte Versorgung von Demenzpatientinnen und -patienten in der Region gelingen kann. Zu den Referierenden zählten unter anderem Vertreterinnen und Vertreter des Klinikum Ernst von Bergmann, des Berufsverbands Deutscher Neurologen, des Kompetenzzentrums Demenz Brandenburg sowie weiterer medizinischer und wissenschaftlicher Einrichtungen.

„Dementielle Erkrankungen stellen uns vor eine der größten medizinischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Netzwerke wie PotsDem sind entscheidend für den Paradigmenwechsel hin zu Prävention und Frühdiagnostik. Sie schaffen die regionalen Strukturen, die notwendig sind, damit Innovationen wirklich bei den Patientinnen und Patienten ankommen“, verdeutlicht Jörg Schaub, Business Unit Direktor Neuroscience bei Lilly. Das Unternehmen ist im Zeitraum von Januar 2026 bis Dezember 2028 Kooperations- und Förderpartner des Potsdamer Demenz-Netzwerks. Man arbeite bei Lilly seit mehr als 35 Jahren daran, die Versorgung von Menschen mit Alzheimer-Krankheit zu verändern und zu verbessern. Das gelinge nicht allein - und genau deshalb setze man auf starke Partnerschaften und unterstütze Projekte wie das Potsdamer Demenz-Netzwerk als Beitrag zu einer Versorgung, die Prävention und Innovation in den Mittelpunkt stellt.

Für Patientinnen und Patienten bedeutet das neue Netzwerk vor allem eines: schnellere Diagnosen, bessere Abstimmung der Behandlung und eine verlässlichere Begleitung durch das Gesundheitssystem. Auch für die Mitarbeitenden im Gesundheitswesen schafft die strukturierte Zusammenarbeit mehr Klarheit, effizientere Abläufe und bessere Rahmenbedingungen im Umgang mit einer komplexen Erkrankung.