Potsdam, 30. Juni 2026

Leitungsteam des Orthoplastischen Zentrums (v.l.n.r.): Prof. Dr. med. Gerrit Matthes, Dr. med. Thorsten Bund und PD Dr. med. Mojtaba Ghods

Leitungsteam des Orthoplastischen Zentrums (v.l.n.r.): Prof. Dr. med. Gerrit Matthes, Dr. med. Thorsten Bund und PD Dr. med. Mojtaba Ghods

Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam gehört zu den ersten sechs zertifizierten Orthoplastischen Zentren Deutschlands. Die Auszeichnung würdigt die enge Zusammenarbeit von Unfallchirurgie und Plastischer Chirurgie, die Patient*innen mit komplexen Verletzungen bessere Behandlungsergebnisse und den Erhalt ihrer Lebensqualität ermöglicht.

Ein Motorradfahrer mit offener Unterschenkelfraktur, zerstörten Weichteilen und freiliegendem Knochen – noch vor wenigen Jahrzehnten hätte eine solche Verletzung häufig zur Amputation geführt. Heute können viele dieser Extremitäten durch die enge Zusammenarbeit von Unfallchirurg*innen und Plastischen Chirurg*innen erhalten werden.

Wenn solche Patient*innen nach einem schweren Verkehrsunfall ins Klinikum Ernst von Bergmann gebracht werden, entscheidet oft nicht nur die Versorgung der Knochen und Gelenke über den Behandlungserfolg. Ebenso wichtig sind die Wiederherstellung von Weichteilen, Gefäßen, Nerven und letztlich der Funktion der betroffenen Extremität.

Konzept der Orthoplastischen Chirurgie

Genau hier setzt das Konzept der Orthoplastischen Chirurgie an: Die Fachbereiche der Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie arbeiten von Beginn an eng zusammen, um auch bei schwersten Verletzungen möglichst die Funktion und Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten. Diese Zusammenarbeit wurde nun auf besondere Weise gewürdigt: Das Klinikum Ernst von Bergmann gehört zu den ersten sechs Kliniken bundesweit, die als Orthoplastisches Zentrum (OPZ) zertifiziert wurden.

Die Zertifizierung erfolgt durch die Arbeitsgemeinschaft Orthoplastische Chirurgie, einer gemeinsamen Initiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGU) sowie der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC). Ziel ist es, bundesweit einheitliche Qualitätsstandards für die Versorgung von Patient*innen mit komplexen Verletzungen des Bewegungsapparates zu etablieren und so die Versorgung auch in besonderen Krisenlagen langfristig sicherzustellen. Dazu werden diese Zentren in das TraumaNetzwerk  der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie  (DGU e.V.) integriert. Für das Klinikum EvB ist diese Auszeichnung zugleich eine Bestätigung bereits bestehender Strukturen. Seit einigen Jahren ist das Klinikum EvB als Überregionales Trauma Zentrum (ÜTZ) im TraumaNetzwerk Deutschland zertifiziert. Zudem ist es auch zum Schwerstverletzungsartenverfahren der gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zugelassen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die enge Zusammenarbeit der beteiligten Fachdisziplinen.

Chirurgisches Leitungsteam

Geleitet wird das Orthoplastische Zentrum von Prof. Dr. med. Gerrit Matthes, Chefarzt der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, und PD Dr. med. Mojtaba Ghods, Chefarzt der Klinik für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Mikrochirurgie, Handchirurgie. Koordiniert wird das OPZ von Dr. med. Thorsten Bund, Leitender Oberarzt der Klinik für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Mikrochirurgie, Handchirurgie. Gemeinsam stehen sie für das interdisziplinäre Behandlungskonzept, das die Zertifizierung auszeichnet.

„Komplexe Verletzungen lassen sich heute nur noch gemeinsam optimal behandeln. Die enge Verzahnung unserer Fachgebiete ermöglicht es uns, frühzeitig die richtigen Entscheidungen für unsere Patientinnen und Patienten zu treffen“, Prof. Dr. med. Gerrit Matthes, Zentrumsleiter OPZ und Chefarzt der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie.

„Die erfolgreiche Zertifizierung bestätigt die hohe Qualität unserer interdisziplinären Zusammenarbeit. Sie ist zugleich eine Anerkennung für die Arbeit vieler Berufsgruppen im Haus – von den ärztlichen Teams über Pflege, OP und Anästhesie bis hin zu Radiologie, Physiotherapie und zahlreichen weiteren Bereichen. Gemeinsam erzielen wir bessere funktionelle Ergebnisse für unsere Patientinnen und Patienten“, ergänzt PD Dr. med. Mojtaba Ghods, Zentrumsleiter und Chefarzt der Klinik für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Mikrochirurgie, Handchirurgie.

Mit der Zertifizierung als Orthoplastisches Zentrum gehört das Klinikum Ernst von Bergmann nun zu einer von insgesamt sechs Pilotkliniken, die bundesweit neue Maßstäbe für die interdisziplinäre Versorgung komplexer Verletzungen setzen.