Die Angiologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin und beschäftigt sich mit der Diagnose und Therapie sowie der Vorbeugung von Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefäße. In wöchentlichen Gefäßkonferenzen mit unseren Kolleg*innen aus der Gefäßchirurgie und der Radiologie entscheiden wir interdisziplinär, welche diagnostischen Maßnahmen und Therapie für den einzelnen Patienten am sinnvollsten sind. Um die interdisziplinäre Versorgung reibungslos umzusetzen, betreiben wir eine gemeinsame Station zusammen mit der Gefäßchirurgie. Unser eigenes Behandlungskonzept unfasst die konservative Behandlung von Gefäßleiden sowie kathetergestützte Verfahren an Arterien und Venen.

Verengung einer Arterie

Verengung einer Arterie

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Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam verfügt über ein zertifiziertes interdisziplinäres Gefäßzentrum. Das eng vernetzte Team dieses Zentrums mit Expertinnen und Experten der Angiologie, der Gefäßchirurgie, der Klinik für Nephrologie, Endokrinologie und Diabetologie, der Klinik für Neurologie, der Radiologie sowie niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen der Region garantiert, dass Patientinnen und Patienten aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Fachrichtungen betrachtet werden. Dadurch können wir eine hochwertige Versorgung und ganzheitliche Behandlung von Gefäßerkrankungen über die Fachgrenzen hinaus anbieten.

So erreichen Sie uns

Kontaktinformationen

Klinik für Angiologie

Chefarzt: Dr. med. Andreas Ruttloff
Chefarztsekretariat: Nicole Scheddin

0331 241-35302

0331 241-35300

nicole.scheddin@klinikumevb.de

Charlottenstraße 72, 14467 Ptotsdam


Lageplan

Gefäß-Hotline für Ärztinnen und Ärzte

24 Stunden täglich für Notfälle und dringliche Behandlungsanfragen

0151 51522473


Station D4, Haus D, Ebene 4

0331 241-36147

Unsere Leistungen und Behandlungsschwerpunkte

Zur näheren Untersuchung Ihrer Gefäße können wir in der Klinik für Angiologie auf modernste Diagnoseverfahren zurückgreifen, mit denen wir Ihre individuelle Gefäßerkrankung erkennen, charakterisieren und behandeln können. Besondere diagnostische Schwerpunkte sind die Farbduplexsonographie der Arterien und Venen (Gefäß-Ultraschall) inkl. der Kontrastmittelsonographie und Mikrozirkulationsmessverfahren.

Leistungsspektrum

  • Risikofaktoranalyse und -management
  • Klinische, apparative, duplexsonographische und mikrozirkulatorische Gefäßdiagnostik, inkl. Früherkennung von Gefäßerkrankungen
  • Digitale Subtraktionsangiographie, arterielle und venöse Katheterinterventionen in Zusammenarbeit mit der interventionellen Radiologie
  • Embolisationen und Verödungen von Gefäßmissbildungen und Varizen
  • Konservative und interventionelle Behandlung von Thrombosen und Embolien
  • Konservative und interventionelle Behandlung von diabetischen Fußsyndromen mit Durchblutungsstörungen
  • Immunmodulatorische und -suppressive Behandlung bei Gefäßentzündungen
  • Perioperatives und -interventionelles Risikomanagement

Behandlungsschwerpunkte

  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)
  • Akrale Durchblutungsstörungen, inkl. funktioneller Störungen wie Raynaud-Syndrom
  • Beinvenenthrombosen und Lungenarterienembolien
  • Chronische Entzündungen von Arterien (Vaskulitiden)
  • Schwere Formen der chronischen venösen Insuffizienz und chronische Unterschenkelgeschwüre
  • Lymphödeme, Lipödeme
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Abklärung von angeborenen und erworbenen Blutgerinnungsstörungen
  • Komplexe physikalische Entstauungstherapie

Bei der (peripheren) arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) handelt es sich um eine Durchblutungsstörungen, die v.a. die Extremitätenarterien betrifft. Die Arterien transportieren das sauerstoffreiche Blut und versorgen alle Organe mit Nährstoffen. Durch chronische Entzündungsprozesse entstehen Ablagerungen und Verkalkungen der Arterien (die sogenannte Arteriosklerose), die im fortschreitenden Stadium zu Verschlüssen der Arterien führen. Aus diesem Grund werden Gewebe und Muskulatur nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Im Anfangsstadium der Erkrankung können Betroffene aufgrund von Schmerzen in den Beinen – oft in den Waden auf, manchmal im Oberschenkel oder im Gesäß – beim Laufen meist nur eine eingeschränkte Gehstrecke zurücklegen. Aufgrund der beim Gehen erforderlichen Pausen spricht man auch von der „Schaufensterkrankhei“t. Im Verlauf der Erkrankung kommen auch Schmerzen im Ruhezustand hinzu. Im fortgeschrittenen Stadium droht das Absterben der Zehen oder Füße („Raucherbein“) und die Amputation. Auch wenn kleine Wunden nicht abheilen, sollte immer an eine Durchblutungsstörung gedacht werden.

Um ein Voranschreiten der Erkrankung zu vermeiden und die Durchblutungsstörung erfolgreich zu behandeln, findet zunächst eine sorgfältige Untersuchung statt. Die Therapie erfolgt in Abhängigkeit von den Beschwerden und des Gefäßbefundes. Grundsätzlich sollten immer alle behandelbaren Risikofaktoren der Erkrankung mitbehandelt und optimal eingestellt werden (Zigarettenrauchen, Fettstoffwechselstörungen, arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Bewegungsmangel, starkes Übergewicht). Hierdurch ist es heute möglich, die Erkrankung nicht nur zu verlangsamen, sondern zur Rückbildung zu bringen.

Über die Venen fließt das Blut zurück zum Herzen. Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel in den Venen. Leitsymptome der tiefen Becken- oder Beinvenenthrombose sind eine akute Schwellung, Rötung oder Schmerzen einer Extremität. Risikofaktoren sind Immobilität, Begleiterkrankungen (z. B. Tumorerkrankungen), Medikamente (z. B. orale Kontrazeptiva, Kortison), Nikotinkonsum sowie eine familiäre Disposition. Der Gefäßultraschall stellt das Verfahren der ersten Wahl zur Diagnostik einer Venenthrombose dar und sollte umgehend durchgeführt werden.  Eine Behandlung ist zwingend erforderlich, da sich Teile des Thrombus lösen und ein Blutgefäß der Lunge verstopfen können (Lungenembolie).

Neben der Behandlung ist es wichtig zu klären, warum sich ein Blutgerinnsel gebildet hat. Das Wiederholungsrisiko ist bei klaren Auslösern geringer als beim deren Fehlen (z.B. vorausgegangene Operation, Langstreckenflug, Ruhigstellung einer Extremität). Weitere Gründe können eine Tumorerkrankung, die Einnahme von Hormonen oder eine angeborene Gerinnungsstörung sein, die es zu klären gilt.

Thrombosen werden meist konservativ mit Medikamenten behandelt, die das Blut verdünnen (Antikoagulanzien). Bei frischeren und ausgedehnteren Thrombosen kann es auch zum Einsatz von Absaugkathetern oder dem Einsatz von thrombenauflösenden Medikamenten kommen (Lysetherapie).  

Lungenarterienembolien entstehen durch mit dem Blutstrom in die Lungenstrombahn verschleppte Blutgerinnsel, setzten also immer eine Thrombose voraus.

Die Symptomatik ist sehr variabel und hängt von Vorerkrankungen und der Massivität der Embolie ab. Plötzlicher Bewußseinsverlust, Schock, Luftnot, Schmerzen im Brustkorb, vor allem. beim Atmen, und Reizhusten sind typische Symptome. Lungenarterienembolien sind häufige kardiovaskuläre Todesursachen, ihr Auftreten erfordert deshalb immer ein konsequentes und schnelles Handeln, das bei uns interdisziplinär abgestimmt erfolgt. Schwere Fälle werden bei Fehlen von Kontraindikationen einer Auflösebehandlung (Lysetherapie) unterzogen, die entweder katheterbasiert oder über das Venensystem erfolgen kann. Ziel ist eine möglichst rasche Druckentlastung des rechten Herzens. Weniger schwere Fälle werden kurzzeitig überwacht und mit Blutverdünnern behandelt. Für leichte Fälle besteht auch die Möglichkeit einer ambulanten Therapie.   

Unter einem Raynaud-Phänomen (RP) versteht man einen intermittierend auftretenden Farbwechsel betroffener Akren von weiß über bläulich-zyanotisch nach rot, der durch einen Krampf der Hand-Fingerarterien (ischämische Phase) mit nachfolgender Gefäßerweiterung (hyperämische Phase) hervorgerufen wird.

Als Auslöser fungieren Kälte und emotionale Stressoren. Nur sehr selten tritt ein RP ohne diese Auslöser auf. Da die Farbwechsel nahezu regelhaft von Schmerzen, Gefühlstörungen, motorischen Einschränkungen und genereller Kälteintoleranz begleitet werden, ist im deutschsprachigen Raum auch der Begriff „Raynaud-Syndrom“ gebräuchlich. Unterschieden wird ein primäres Raynaud-Phänomen (ohne Grunderkrankung) von einem sekundären Raynaud-Phänomen (mit Grunderkrankung), wobei am häufigsten eine sogenannte Kollagenose (autoimmunologisch-entzündliche Gefäß-Bindegewebserkrankung) und hier v.a. eine systemische Sklerose zugrunde liegt (1). Die Erstmanifestation eines RP kann der Manifestation einer Kollagenose dabei um Jahre bis Jahrzehnte vorausgehen.

Neben Kollagenosen und Vaskulitiden kommen ursächlich Hand- oder Armarterienverschlüsse anderer Genese, Krebserkrankungen, ein Hand-Arm-Vibrationssyndrom oder eine andere berufliche Exposition in Frage. Ein Raynaud-Phänomen kann aber auch durch Medikamente und Drogen ausgelöst oder verstärkt werden. Beim primären RP wurde ferner über eine Häufung affektiver Störungen und Angststörungen bei den Betroffenen berichtet.

Die Behandlung erfolgt zumeist konservativ mit gefäßerweiternden Salben und Medikamenten. Wichtig sind ein guter Schutz gegenüber Kälte und Nässe. Hierfür sind z.B. warme Handschuhe und wärmendes Strumpf- und Schuhwerk oder gar beheizbare Handschuhe und Schuheinlagen oder Socken auf dem Markt.

Die chronisch venöse Insuffizienz oder venöses Stauungssyndrom, ist Folge einer venösen Abflußstörungen und kann zu typischen Hautveränderungen der Beine mit der Spätfolge von Unterschenkelgeschwüren führen.

Hauptursachen sind Krampfadern (Varikosis – krankhafte Erweiterung der oberflächlichen Venen mit einer Fehlfunktion der Venenklappen), frühere tiefe Becken-Beinvenenthrombosen oder primäre Fehlfunktionen der Venenklappen. Typische Symptome sind Schwere- und Spannungsgefühle in den Beinen, oberflächliche Venenerweiterungen, bräunliche Hautveränderungen, Juckreiz, Krampfadern und Schwellungen der Unterschenkel und Knöchel.

Neben Erhebung der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung, spielt die venöse Gefäßultraschalluntersuchung (Duplex) eine wichtige Rolle im Rahmen der Diagnostik. Hiermit können eine Becken- oder Beinvenenthrombose als Ursache ausgeschlossen, sowie Prädilektionsstellen für die Entstehung von Krampfadern untersucht werden. Darüber hinaus ist eine Abschätzung der Funktion der tiefen Beinvenen möglich.

Die weitergehende Funktionsprüfung kann mittels Lichtreflexionsrheographie und die Venenverschlussplethysmographie erfolgen. Anhand der durchgeführten Untersuchungen erstellen wir ein individuelles Therapiekonzept, welches konservative Maßnahmen (z. B. Kompressionstherapie) aber auch die Entfernung von Krampfadern (katheterbasiert oder offen operativ) beinhalten kann.

Portraitfoto Dr. med. Andreas Ruttloff

„Mit viel Engagement und fachlicher Kompetenz widmet sich unser Team der medizinischen und pflegerischen Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Gefäßleiden. Wir suchen und finden mit Ihnen zusammen die für Ihre Erkrankung und Ihre persönliche Situation adäquate Behandlungsoption."

Dr. med. Andreas Ruttloff, Chefarzt

Unser Team

Die Behandlung unserer Patientinnen und Patienten ist Teamleistung. Hier sehen Sie die wichtigsten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner auf einen Blick.

Auf dem neuesten Stand

Aus-, Fort- und Weiterbildung

Wir bieten unseren Mitarbeitenden sowie interessierten Kolleg*innen aus anderen Kliniken und dem niedergelassenen Bereich regelmäßig Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten an. Hierzu führen unsere Ärzt*innen sowie Expert*innen selbst interne und externe Veranstaltungen durch. Zudem verstehen wir uns als Ausbildungszentrum für Ärzt*innen außerhalb unseres Klinikums und nehmen regelmäßig an nationalen und internationalen Kongressen und Symposien teil, um auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu bleiben.

Unsere Klinik bringt sich aktiv in die Ausbildung von jungen Kolleg*innen ein. Falls Sie die Weiterbildung zur Internistin oder zum Internisten an unserem Haus durchlaufen oder sich für den Schwerpunkt Angiologie entscheiden, freuen wir uns, Sie in unserem Team zu begrüßen. Für die Facharztausbildung Innere Medizin existiert ein gemeinsames Fortbildungscurriculum zusammen mit den anderen internistischen Kliniken sowie ein strukturierter Rotationsplan. 
 

Unsere Weiterbildungsbefugnis:

  • Innere Medizin und Angiologie (36 Monate)
  • DEGUM Stufe II Duplex-Sonographie

Unsere ambulanten Einrichtungen und Angebote

Unsere Qualität zeichnet uns aus