Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Klinische Studien
Studien können eine Chance für Sie als Patient sein. Unter optimal kontrollierten Bedingungen können Sie Zugang erlangen zu neuen Medikamenten noch vor ihrer Markteinführung oder fortschrittlichsten Konzepten, die Ihnen sonst noch nicht zugänglich wären. Mit der Teilnahme an einer Studie unterstützen Sie aber auch die zukünftige Verbesserung der Behandlung anderer Betroffener.
Es gibt verschiedene Arten von Studien. Man unterscheidet präklinische Studien (Tests im Labor und Tierversuche), klinische Studien (Wirkung von Medikamenten am Menschen) und Therapie-Optimierungsstudien (erprobte Behandlungen werden verbessert). In sog. Phase-IV-Studien (auch NIS oder AWB genannt) werden bereits zugelassene Medikamente weiterhin überprüft.
Unser Team von geschulten und erfahrenen Ärzten und Studienassistenten betreut Sie im Rahmen einer Studie. Dieses Team arbeitet unter ärztlicher Leitung nach den Regularien des Arzneimittelgesetzes (AMG), international vorgeschriebenen Standards (GCP) und vorheriger Genehmigung durch unabhängige Ethikkommissionen. Die Teammitglieder haben langjährige Erfahrung in der Durchführung von Studien.
Bereits in der Tumorkonferenz wird geprüft und besprochen, ob eine Studienteilnahme für Sie möglich und sinnvoll ist. Eine Ärztin oder ein Arzt wird Sie ansprechen und ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit Ihnen führen. Sie erhalten eine schriftliche Patienteninformation zum Lesen mit nach Hause.
Wenn Sie die Studienteilnahme wünschen, wird die Aufklärung gemeinsam mit der Ärztin bzw. dem Arzt unterschrieben. Unser Studienbüro bespricht den weiteren Ablauf ausführlich mit Ihnen. Spätestens jetzt erhalten Sie auch Ihre Unterlagen zur vom Gesetzgeber vorgeschrieben Versicherung im Rahmen einer klinischen Studie. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos. Studien werden vom jeweiligen Auftraggeber („Sponsor“), Organisationen der Deutschen Krebshilfe oder der Deutschen Forschungsgemeinschaft getragen.
Wenn Sie im Verlauf keine weitere Teilnahme an der Studie wünschen, können Sie selbstverständlich jederzeit Ihre Zustimmung rückgängig machen. Es entsteht Ihnen daraus kein Nachteil. Wenn Sie keine Teilnahme an einer Studie wünschen, erhalten Sie in jedem Fall eine Behandlung mit der besten bekannten Therapie im Rahmen der Leitlinien.
Unsere Studien
Folgende Studien sind aktuell für die Teilnahme zugänglich (Stand Februar 2025):
Eine Alternative für eine Kehlkopfentfernung (Laryngektomie) ist die Teilnahme an der aktuellen Krebsstudie ELOS. ELOS steht für „Europäische Larynx- Organerhalt- Studie“. Die HNO-Klinik des Klinikum Ernst von Bergmann ist eins von neun deutschen Zentren, das an dieser Studie teilnimmt. Es wird untersucht, ob eine vorgeschaltete Chemotherapie und eine anschließende Strahlenbehandlung zum Erhalt des Kehlkopfes führen können. Weiterhin wird geprüft, ob die Gabe eines Immuntherapeutikums „Pembrolizumab“ das Ergebnis sogar noch verbessern kann.
Im Rahmen der Studie erfolgt eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie alternierend mit einer Immuntherapie. Durch diese zusätzliche Immuntherapien kommt es zur Aktivierung der körpereigenen Krebsabwehr. Die Studienpatienten werden hierbei engmaschig beobachtet um ein frühzeitiges Ansprechen auf diese Therapie zu erkennen. Sollte der Therapieeffekt nicht eintreten, wird eine notwendige Operation zur Heilung frühzeitig durchgeführt.
Betroffene mit fortgeschrittenem Kehlkopf- und Schlund-Rachen(Hypopharynx)-Krebs können gern unter folgender Telefonnummer einen Termin zur weiteren Beratung bei Prof. Dr. med. Markus Jungehülsing (Chefarzt) oder Dr. med. Jörg Berkholz (Oberarzt) vereinbaren:
0331-24137201
Große, multizentrische klinische Studie zur Therapie der rezidivierenden akuten Mandelentzündung (Tonsillitis) durch zwei verschiedene operative Verfahren. Eine rezidivierende akute Tonsillitis bezeichnet eine wiederholt auftretende Mandelentzündung mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und häufig auch Fieber. Behandelt wird die rezidivierende akute Tonsillitis während der akuten Entzündung mit Antibiotikum und Schmerzmittel. Bei wiederholtem Auftreten ist eine operative Therapie der Gaumenmandeln ratsam.
Das Ziel der TOTO-Studie ist zu untersuchen, ob eine Teilentfernung der Gaumenmandel (Tonsillotomie) im Vergleich zu einer vollständigen Entfernung der Gaumenmandel (Tonsillektomie) ein gleichwertiges Therapieverfahren zur Behandlung der rezidivierenden akuten Tonsillitis darstellt. Dies ist bislang nicht geklärt.
Weitere Informationen zur Studie unter: https://toto-studie.hno.org
Haben Sie plötzlich Ihr Hörvermögen auf einem Ohr verloren? Spüren Sie vielleicht auch einen Druck im Ohr, hören ein Klingeln und/oder fühlen sich schwindlig. Dann leiden Sie möglicherweise an einer Art von akutem Hörverlust. Auch wenn sich Ihr Gehör in milderen Fällen möglicherweise spontan regeneriert, kann ein schwerer Hörverlust schnell dauerhaft werden. Daher wird eine frühzeitige Diagnose und Behandlung dringend empfohlen. Derzeit gibt es jedoch keine zugelassene Therapie für plötzlichen Hörverlust. Daher konzentriert sich die Forschung auf neue Behandlungsmöglichkeiten.
AC102 ist ein neuartiges Medikament gegen plötzlichen Hörverlust. Eine erste klinische Studie konnte bereits zeigen, dass der Wirkstoff von gesunden Freiwilligen gut vertragen wird. In der aktuellen klinischen Studie wird die Wirksamkeit von AC102 bei Hörsturz-Patient*innen getestet und mit der Standardbehandlung mit Steroiden verglichen. Die Wirkung von AC102 wurde bereits an präklinischen Modellen des Hörsturzes untersucht.
Weitere Informationen zur Studie unter: http://www.audiocure.com/de/patienten (verfügbar in deutsch, niederländisch, polnisch und tschechisch)