Kinder- und Jugend-Chirurgie
Kinder- und Jugendurologie
Erkrankungen des Urogenitaltraktes im Kindesalter unterscheiden sich grundlegend von denen im Erwachsenenalter. Es handelt sich vorwiegend um Fehlbildungen und deren Folgen. Deshalb gehört deren Behandlung (konservativ und operativ) in die Hände erfahrener Kinder- und Jugendchirurg*innen.
Störungen im harnableitenden System (Ureterabgangsstenose, vesikoureteraler Reflux, Harnröhrenklappen) sind ggf. mit operativen Maßnahmen verbunden. Dabei spielen sowohl endoskopische als auch offene Operationsverfahren eine Rolle. Die Nierenbeckenplastik nach Anderson-Hynes bei Ureterabgangsstenose führen wir auch minimal-invasiv durch.
Auch Veränderungen am äußeren Genitale (Hypospadie), Fehlbildungen der weiblichen Genitalorgane und die Behandlung von Ovarialzysten und -tumoren gehören zu unserem Behandlungsspektrum. Endoskopische Untersuchungsverfahren (Urethrozystoskopie) sind für alle Altersgruppen möglich.
Bei akuten Erkrankungen wie der Hoden- oder Ovarialtorsion profitieren unsere Patient*innen davon, dass in unserer Kinder-Notaufnahme rund um die Uhr Ärzt*innen der Kinder- und Jugendchirurgie vor Ort sind. Beide Erkrankungen sind medizinische Notfälle, wobei sich die Organe jeweils um die eigene Achse drehen und somit die Blutversorgung über die zuführenden Gefäße unterbrochen wird. Innerhalb der ersten sechs Stunden nach dem Auftreten der Symptome muss ein operativer Eingriff erfolgen, um bleibende Schäden zu vermeiden.
Eine strukturierte (Nach-)Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit urologischen Erkrankungen kann über unsere spezielle KV-Sprechstunde in der Poliklinik Ernst von Bergmann erfolgen. Haben die Kinder- und Jugendlichen das Erwachsenenalter erreicht, führen wir bei Bedarf eine Transition in die Klinik für Urologie durch. Dadurch können wir unseren Patient*innen eine qualifizierte Weiterbehandlung, beispielsweise bei Nierensteinen, ermöglichen. Dazu arbeiten wir bereits vor der tatsächlichen Transition eng mit den entsprechenden Kolleg*innen zusammen.
Urodynamik
Im Rahmen der kinderurologischen Sprechstunde betreuen wir Patient*innen, bei denen z.B. eine neurogene Blasenentleerungsstörung vorliegt. Hierbei ist in regelmäßigen Intervallen eine urodynamische Untersuchung mit Erfassung der Blasenkapazität und -sensorik notwendig, um die Behandlung an die aktuellen Befunde anzupassen und Folgeerkrankungen wie Harnwegsinfektionen oder Nierenfunktionseinschränkungen zu verhindern.
Unsere Erfahrung zahlt sich aus
Unser Behandlungsangebot im Überblick
Angeborene Fehlbildungen der Niere und des harnableitenden Systems sind schon bei der Geburt vorhandene Abweichungen in der Entwicklung der Nieren oder der ableitenden Harnwege, die die Funktion beeinträchtigen können.
Eine angeborene Fehlbildung bei Jungen, bei der die Harnröhrenöffnung nicht an der üblichen Stelle am Penisspitze, sondern weiter unten am Penisschaft oder im Bereich des Hodensacks liegt.
Wenn die Hoden bei Jungen nicht in den Hodensack gefallen sind, sondern im Leistenbereich oder im Bauchraum verbleiben.
Eine Verengung der Vorhaut, die das Zurückziehen über die Eichel erschwert oder unmöglich macht.
Drehung des Hodens um die eigene Achse, was die Blutzufuhr unterbricht und sehr schmerzhaft ist. Es ist ein Notfall, der schnell behandelt werden muss.
Flüssigkeitsgefüllte Hohlräume im Eierstock, die meist gutartig sind und manchmal keine Beschwerden verursachen.
Drehung des Eierstocks um die eigene Achse, was die Blutzufuhr unterbricht und Schmerzen verursacht. Es ist ein medizinischer Notfall.