Kinder- und Jugend-Chirurgie
Operative Korrektur angeborener Fehlbildungen
Neugeborenenchirurgie
Die Geburt eines Kindes ist eines der bedeutendsten Ereignisse im Leben einer Familie. Doch manchmal steht bereits vor der Geburt fest, dass das Neugeborene nach der Geburt nicht direkt mit nach Hause kann, da angeborene Gesundheitsprobleme wahrscheinlich sind, die eine weitere medizinische Abklärung und ggf. auch eine operative Versorgung im Verlauf erforderlich machen. In solchen Momenten spielt das Team der Kinder- und Jugendchirurgie eine wichtige Rolle. Angeborene Fehlbildungen finden sich bei etw fünf Prozent aller Neugeborenen, wobei die meisten bereits im Rahmen der Pränataldiagnostik festgestellt und mit den werdenden Eltern besprochen werden können.
Die Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie in Potsdam ist als fester Bestandteil des Perinatalzentrums Level 1 in Potsdam in die Betreuung der Familie vor und nach der Geburt sowie in die Behandlung des Kindes eingebunden. Möglichst frühzeitig besprechen wir interdisziplinär mit den Kolleg*innen der Neonatologie, der Pränataldiagnostik und der Geburtshilfe unter Einbeziehung der Eltern das erwartete Krankheitsbild und die notwendigen Maßnahmen nach der Geburt. Viele Fehlbildungen müssen nicht notfallmäßig versorgt werden, zum Beispiel Ösophagusatresie, Darmatresien und Zwerchfellhernien. Hier kann zunächst in den ersten Lebenstagen die erforderliche Diagnostik erfolgen (Echokardiographie, Sonographie, Röntgen, Magnetresonanztomographie), bevor wir geplant die entsprechende operative Versorgung durchführen.
Einige Fehlbildungen müssen allerdings umgehendend oder zeitnahen operativ versorgt werden. Dazu gehört zum Beispiel die Laparoschisis – ein Bauchwanddefekt, bei dem die Organe außerhalb der Bauchhöhle liegen. In diesen Fällen planen wir mit dem Team der Geburtshilfe eine Sectio caesaria (Kaiserschnitt), um beste Voraussetzungen für die notwendige Operation (Bauchdeckenverschluss) und für das Kind einen damit verbundenen optimalen Start in das Leben zu ermöglichen.
Bei Früh- und Neugeborenen können wir operative Eingriffe auch direkt auf der neonatologischen Intensivstation durchführen, um Transporte in den Zentral-OP zu vermeiden. Kinderanästhesie, OP-Pflegefachkräfte, die auf Operationen an Kindern spezialisiert sind, sowie wir Kinderchirurg*innen sind im Team auf der neonatologischen Station im Einsatz.
Akute Erkrankungen des Früh- und Neugeborenen wie nekrotisierende Enterokolitis oder intestinaler Volvulus sind in der Erkennung und Behandlung herausfordernd. Hier ist eine kinderchirurgische Expertise entscheidend, um mit dem Team der Neonatologie die bestmögliche Versorgung der Kinder zu gewährleisten. Bei unseren Entscheidungen orientieren wir uns stets an den aktuell gültigen Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften. Im Verlauf werden die Kinder mit diagnostizierten Fehlbildungen und Krankheitsbildern im Rahmen einer strukturierten Nachsorge über die kinderchirurgische KV-Ambulanz weiterbetreut. Bei komplexen angeborenen Fehlbildungen steht unser Team zudem im aktiven Austausch mit den jeweils spezialisierten Zentren in Deutschland.
Unsere Erfahrung zahlt sich aus
Unser Behandlungsangebot im Überblick
Fehlbildungen des Gastrointestinaltraktes können angeborene Anomalien sein, bei denen Teile des Verdauungstrakts nicht richtig entwickelt sind.Wir bieten Ihnen:
- Beratung bei bekannten Fehlbildungen bereits vor der Geburt
- Moderne chirurgische Behandlungsverfahren
- Möglichst strahlungsarme bzw. strahlungsfreie Bildgebung
Bei der Ösophagusatresie ist die Speiseröhre nicht vollständig verbunden, zusätzlich kann eine Fistel (röhrenartige Verbindung) zur Luftröhre vorliegen.
Bei einer Darmatresie können Teile des Darms fehlen, das Lumen ist nicht durchgängig.
Die Analatresie ist das Fehlen des Anus, dadurch kann kein Stuhl ausgeschieden werden. Hier ist es notwendig einen künstlichen Darmausgang chirurgisch zu erschaffen.
Morbus Hirschsprung ist eine Erkrankung, bei der die Nervenzellen im Darm fehlen, was zu einer Darmverstopfung führt.
Eine angeborene Fehlbildung, bei der Teile des Darms und anderer Bauchorgane durch eine Öffnung in der Bauchwand nach außen treten, ohne dass eine umgebende Hauttasche vorhanden ist.
Eine angeborene Bauchwandfehlbildung, bei der die Eingeweide in einer mit Fruchtwasser gefüllten Hauttasche im Nabelbereich liegen, weil die Bauchwand sich nicht vollständig verschlossen hat.
Brüche im Zwerchfell, bei denen Bauchorgane (z.B. Magen, Darm) in den Brustraum vordringen, was die Atmung beeinträchtigen kann.
- Volvulus: Drehung des Darms um seine eigene Achse, was die Blutzufuhr unterbricht und zu einer Darmverschlingung führt.
- Mekoniumileus: Verstopfung des Darms durch eine dicke, klebrige Mekonium-Schicht, die den Darm blockiert.
- Nekrotisierende Enterokolitis: Entzündung und Absterben von Darmgewebe, meist bei Frühgeborenen, die lebensbedrohlich ist.
- Hypertrophe Pylorusstenose: Vergrößerung des Muskels am Magenausgang, was zu starkem Erbrechen und Mangelernährung führt.