Nephrologie, Endokrinologie, Diabetologie und allgemeine Innere Medizin
Nephrologie
Die Nieren sind lebenswichtige Organe. Kommt es zu einem Nierenversagen, kann unser erfahrenes Team Sie schnell und kompetent behandeln. In unserer Klinik decken wir das gesamte Spektrum der Nierenerkrankungen ab – von der Früherkennung bis zur Behandlung schwerster Erkrankungen bieten wir eine breite Versorgung auf hohem Niveau.
Zur Diagnose einer Nierenerkrankung werden spezielle Blut- und Urinuntersuchungen, Ultraschall-, Röntgen- und Funktionsuntersuchungen der Nieren eingesetzt. Zur weiteren Abklärung bieten wir Ultraschall-gestützte Nierenpunktionen an. Die Befunde werden regelmäßig interdisziplinär diskutiert, um die beste Behandlung festzulegen. Sowohl eigenständige Nierenerkrankungen als auch Systemerkrankungen mit Nierenbeteiligung werden nach den neuesten Standards therapiert.
Stellen die Nieren ihre Funktion ein, muss eine Dialyse durchgeführt werden. In unserem Dialysezentrum bieten wir sowohl die Blutwäsche (Hämodialyse) als auch die Bauchfelldialyse an. Sollten die Nieren im Rahmen einer schweren, akuten Erkrankung versagen, bieten wir auch hier modernste maschinelle Therapien auf der Intensivstation an, um Ihnen effektiv helfen zu können.
Im Rahmen der Vorbereitung auf eine Dialysetherapie ist die Versorgung mit Dialysezugängen erforderlich. Für die Hämodialyse bieten wir hier in Kooperation mit der Gefäßchirurgie operative und innovative interventionelle Verfahren zur Schaffung eines Zuganges zum Blutgefäßsystem an. Katheter zur Bachfelldialyse werden chirurgisch minimal-invasiv („Schlüssellochtechnik“) eingesetzt.
Als Spezialisten für Blutreinigungsverfahren können wir auch Erkrankungen behandeln, die nicht die Nieren betreffen. So können wir bei Vergiftungen oder bei schweren Autoimmunerkrankungen krankheitsauslösende Stoffe aus dem Blut entfernen.
Häufig sind die Nieren im Rahmen anderer Erkrankungen betroffen. Mit unserem breiten Fachwissen unterstützen wir im gesamten Klinikum unsere Kolleginnen und Kollegen der anderen Fachabteilungen, damit Ihnen schnell geholfen werden kann.
Unsere Behandlungsschwerpunkte
Alle Formen
- der Glomerulonephritis
- des nephrotischen Syndroms
- des akuten Nierenversagens
- des chronischen Nierenversagens
- der renalen Osteopathie
- aller Nierenerkrankungen bei immunologischen Systemerkrankungen, z.B. Granulomatose mit Polyangiitis, Mikroskopische Polyangiitis, Churg-Strauss-Syndrom (eosinophile Granolomatose mit Polyangiitis), Panarteriitis nodosa, Systemischer Lupus Erythematodes und andere Kollagenosen
- von Nierenerkrankungen bei nicht immunologischen Systemerkrankungen, wie Paraneoplasien und Lymphome
- aller infektiösen Erkrankungen der Nieren und ableitenden Harnwege
- aller angeborenen Nierenerkrankungen, z.B. Nierenagenesie, Polyzystische Nierendegeneration
- der essentiellen und der renalen Hypertonie, z.B. bei Nierenarterienstenose
- von Komplikationen bei Patienten mit Nierentransplantation
- Urinsedimentanalyse im Phasenkontrastmikroskop
- Abdomen- und Nierensonographie
- Ultraschallgestützte Nierenbiopsie
- Immunologische Diagnostik
- 24-Stunden-Blutdruckmessungen
- Duplex-Ultraschall-Untersuchungen vom Armgefäßen und Dialyseshunts
- Bioimpedanzanalyse
- Patientenaufklärung und Information über Ablauf, Nutzen, Risiken, Grenzen und Komplikationen mit anschließender Entscheidung für das geeignete Verfahren
- Planung und Schaffung von Gefäßzugängen für die Nierenersatztherapie, z.B. Ciminofistel oder Gefäßprothese in Kooperation mit der Radiologie und der Gefäßchirurgie
- Minimalinvasive Anlage endovaskulärer Fisteln in Kooperation mit der Klinik für Angiologie
- Implantation des Peritonealdialysekatheters
- Vorbereitungsuntersuchungen für die Nierentransplantation
- Evaluation mittels Duplexuntersuchung und Angiographie
- Möglichkeit zur Dilatation von Shuntstenosen
- Operative Shuntrevision oder Neuanlage, inklusive Implantation von Gefäßprothesen in Zusammenarbeit mit der Gefäßchirurgie und dem Gefäßzentrum
- Durchführung von Hämodialyse und Hämodiafiltration bei stationär behandlungsbedürftigen Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz.
- Teilstationäre Hämodialyse und Hämodiafiltration bei Patienten mit chronischer Niereninsufizienz
- Kontinuierliche und intermittierende Dialysebehandlung bei Patienten mit akutem und chronischem Nierenversagen und Durchführung von Detoxikationsbehandlungen im Bereich der internistischen und chirurgischen Intensivstationen
- Durchführung von Plasmaseparationen
- Durchführung von Immunadsorptionen
- Durchführung der Peritonealdialyse inklusive des Trainings der Patienten in der Handhabung der Peritonealdialyse und der Behandlung von Komplikationen
- Durchführung von Gastdialysen
Nierenerkrankungen und Nierenfunktionsstörungen
Die meisten Nierenerkrankungen verursachen zu Beginn weder Schmerzen noch Symptome. Oft weisen erst infolge einer zufälligen Untersuchung Eiweiße oder nur mikroskopisch sichtbare Blutspuren im Urin auf eine Schädigung der Niere hin. Eine schnelle Abklärung ist dann wichtig, um ein weiteres Fortschreiten bis zum drohenden Nierenversagen hin zu vermeiden.
Ursachen der Nierenerkrankungen
Das akute Nierenversagen wird meist durch ein konkretes Ereignis oder eine unmittelbare Belastung ausgelöst. Ein chronisches Nierenversagen entwickelt sich hingegen über Monate oder Jahre hinweg. Die häufigsten Ursachen sind Bluthochdruck, Spätfolgen einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), ein Nachlassen der Herztätigkeit oder Zystennieren. Es ist wichtig herauszufinden, ob die Ursache der Nierenschwäche spezifisch behandelbar ist, damit ein weiteres Voranschreiten verhindert werden kann. Dies gilt besonders für primäre Nierenerkrankungen wie Glomerulonephritiden und generalisierte Autoimmunerkrankungen.
Diagnose
Eine nephrologische Diagnostik besteht aus den folgenden Komponenten:
- Blutuntersuchungen: Kreatinin, Cystatin C, Elektrolyte, Blutgasanalyse, Blutbild, glomeruläre Filtrationsrate (GFR) und Parathormon (PTH), Autoantikörper, Serumeiweiße
- Urinuntersuchungen: Eiweiß, Zellen, Bakterien, Kristalle, Urinsediment (Untersuchung unter dem Phasenkontrastmikroskop)
- Bildgebende Untersuchung mit Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT)
Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Spezialuntersuchungen. Die häufigste und wichtigste davon ist die Nierenbiopsie, auch Nierenpunktion genannt. Dabei wird mithilfe einer speziellen Biopsie-Nadel eine Gewebeprobe aus einer der beiden Nieren entnommen.
Nierenersatzverfahren
Dialyse und Transplantation
Ist die Nierenfunktion so stark eingeschränkt, dass sich im Organismus Wasser sowie harnpflichtige Gift- und Abbaustoffe anhäufen, muss ein Nierenersatzverfahren die Reinigung des Blutes übernehmen. Alternativ kann eine gesunde Niere transplantiert werden. Etwa 100.000 Menschen sind allein in Deutschland auf ein Nierenersatzverfahren angewiesen. Technische Methoden ersetzen oder unterstützen dabei vorübergehend oder dauerhaft die Nierenfunktion, was umgangssprachlich auch als Blutwäsche bezeichnet wird. Dies geschieht entweder über eine Maschine außerhalb des Körpers, die Hämodialyse, oder durch die sogenannte innere Blutwäsche im Bauchraum, die Peritonealdialyse.
Wir bieten alle Formen des Nierenersatzverfahrens an und führen über 11.000 Dialysen pro Jahr durch. Zu unseren Aufgaben zählt auch die Vorbereitung der Dialyse durch das Legen eines Shunts, eines Vorhofkatheters oder eines Bauchfelldialysekatheters. Eine umfassende medizinische Versorgung und die große fachliche Kompetenz ermöglichen allen Betroffenen ein hohes Maß an Lebensqualität. Wir behandeln als Versorgungszentrum die Patient*innen aus umgebenden Dialysezentren stationär, sofern dies nötig ist. Außerdem betreuen wir konsiliarisch die Intensivstationen des Klinikums und führen vor Ort die notwendigen Dialysemaßnahmen durch.
Die Hämodialyse ist das gängigste Verfahren, um die Nierenfunktion bei Versagen der Organe zu ersetzen. Unser Dialysebereich bietet Behandlungsplätze für stationäre oder teilstationäre Patient*innen und stellt die akute Dialyse auf den Intensivstationen sicher. Bei der Hämodialyse wird das Blut außerhalb des Körpers gereinigt. Dabei wird es über eine Maschine und durch einen Filter gepumpt. Die dem Blut entzogene Flüssigkeit und der Verlust wichtiger Blutsalze werden durch eine individuell abgestimmte Lösung ersetzt. Das gereinigte Blut wird dem Organismus wieder zugeführt.
Eine Hämodialyse setzt einen ausreichenden Blutfluss voraus. Dieser ist durch eine normale Vene nicht gegeben. Bei regelmäßig erforderlicher Dialyse wird deshalb ein sogenannter Shunt, ein Kurzschluss zwischen Arterie und Vene, gelegt. Gefäßchirurgen nähen im Rahmen einer Operation, meist in Lokalanästhesie, eine Hautvene auf eine Armarterie. Der hohe Druck der Arterie weitet die Vene innerhalb von Wochen bis Monaten dann so auf, dass sie jederzeit leicht punktiert werden kann und genügend Blut liefert. In den meisten Fällen kann ein Dialyseshunt über viele Jahre verwendet werden.
Bei der Peritoneal- oder Bauchfelldialyse übernimmt das eigene Bauchfell die Filterfunktion. Dieses Nierenersatzverfahren innerhalb des eigenen Körpers muss täglich durchgeführt werden, kann dafür aber in den meisten Fällen zu Hause und eigenständig vorgenommen werden. Die Peritonealdialyse als vollwertiges Nierenersatzverfahren steht Patientinnen und Patienten zur Verfügung, deren Bauchfell gesund ist, die keine Verwachsungen im Bauchraum aufweisen, die nicht unter entzündlichen Darmerkrankungen leiden und gerne selbständig mit ihrer Krankheit umgehen möchten.
Da das Bauchfell, lateinisch Peritoneum, von Natur aus mit kleinen Poren für den Stoffaustausch durchsetzt ist, kann man es als Filtermembran verwenden. Dazu lässt man eine Lösung über einen Schlauch in die Bauchhöhle einlaufen, die dort vier bis acht Stunden verbleibt. Anschließend wird das Dialysat, das nun mit Schadstoffen und überschüssigen Salzen angereicht ist, wieder abgelassen. Dieser Vorgang und der damit verbundene Wechsel der Spülflüssigkeit über einen Beutel werden vier- bis fünfmal am Tag durchgeführt und dauern etwa je eine halbe Stunde. Alternativ können die Wechsel auch mit Hilfe einer Maschine automatisch durchgeführt werden. Zur Vorbereitung auf eine Peritonealdialyse wird in einer etwa 30-minütigen Operation unter Vollnarkose ein Katheter in die Bauchhöhle eingesetzt. Er heilt in die Bauchwand ein und bleibt dauerhaft im Körper.