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Lungenkrebs-Früherkennung
Wenn Sie stark Zigaretten rauchen oder geraucht haben und zwischen 50 und 75 Jahre alt sind, haben Sie grundsätzlich die Möglichkeit, an einer Niedrigdosis-Computertomografie (Low-Dose-CT, LDCT) zur Früherkennung von Lungenkrebs teilzunehmen. Die Kosten übernimmt Ihre Krankenkasse. Ob Sie das Angebot annehmen oder nicht, entscheiden Sie selbst, denn Ihre Teilnahme ist freiwillig.
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Warum wird eine Lungenkrebs-Früherkennung angeboten?
Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Er wird meist im höheren Alter festgestellt: bei Frauen im Mittel mit 69 Jahren, bei Männern mit 70 Jahren. Der stärkste Risikofaktor für Lungenkrebs ist das Rauchen.
Rauchen ist die Ursache von mehr als 85 Prozent der Lungenkrebserkrankungen. Entscheidend ist vor allem, wie lange Sie geraucht haben. Ihr Risiko für Lungenkrebs ist umso höher,
- je früher Sie mit dem Rauchen begonnen haben,
- je länger Sie geraucht haben und
- je mehr Zigaretten Sie täglich geraucht haben.
Das Ziel der Früherkennung mit einer Niedrigdosis-CT ist es, Lungenkrebs schon in einem frühen Stadium zu erkennen – also bevor er zu Beschwerden führt, denn dann sind die Behandlungs- und Heilungschancen besser. Aktiven und ehemaligen starken Raucherinnen und Rauchern wird daher eine Früherkennung angeboten.
Für wen kommt die Lungenkrebs-Früherkennung in Frage?
Da die Lungenkrebs-Früherkennung mittels Computertomorafie mit einer Strahlenbelastung einhergeht, kommt diese nur für Personen infrage, die ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko haben. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) hat in einer Verordnung festgelegt, dass nur folgende Personen an der Früherkennung teilnehmen können:
- Alter: Sie sind zwischen 50 und 75 Jahre alt.
- starker Zigarettenkonsum: Sie rauchen aktuell oder haben früher stark geraucht, mindestens 25 Jahre mit einem Konsum von 15 Packungsjahren. Rauchpausen innerhalb dieser Zeit dürfen nicht länger als 10 Jahre gewesen sein.
- Gesundheitszustand, der eine Teilnahme an der Lungenkrebs-Früherkennung zulässt.
Die Packungsjahre geben an, wie viel jemand im Laufe seines Lebens geraucht hat. Sie werden berechnet aus der Anzahl der Jahre, die Sie insgesamt geraucht haben, multipliziert mit der Anzahl der Packungen, die Sie im Durchschnitt pro Tag geraucht haben. Dabei wird davon ausgegangen, dass eine Packung 20 Zigaretten enthält.
Ein Beispiel: Wenn Sie 30 Jahre lang durchschnittlich eine halbe Packung (10 Zigaretten am Tag) geraucht haben, ergibt das 15 Packungsjahre.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Die Früherkennungsuntersuchung darf nur von Fachpraxen und -kliniken angeboten werden, deren Ärztinnen und Ärzte besondere Qualifikationen erfüllen. Diese müssen zum Beispiel nachweisen, dass sie die nötige Weiterbildung und Erfahrung besitzen. Wenn Sie sich für die Untersuchung interessieren, wenden Sie sich zuerst an eine allgemeinmedizinische oder internistische Praxis, die sich an der Lungenkrebs-Früherkennung beteiligt.
Wenn Sie die Untersuchung in Anspruch nehmen wollen, prüft die Praxis zum einen, ob Sie die nötigen Voraussetzungen (z. B. Alter, Packungsjahre) erfüllen. Zum anderen wird auch Ihr Gesundheitszustand beurteilt. Sie erhalten Informationen zum Ablauf der Lungenkrebs-Früherkennung, zum möglichen Nutzen und zu den möglichen Risiken sowie zum weiteren Vorgehen bei auffälligen Befunden. Die Ergebnisse werden in einem Bericht zusammengefasst. Wenn Sie alle Voraussetzungen zur Teilnahme erfüllen, erhalten Sie eine Überweisung.
Anschließend kann Ihre zuweisende Ärztin bzw. Ihr zuweisender Arzt einen Termin vereinbaren – beispielsweise in unserer radiologischen Praxis in Potsdam, die eine Genehmigung zur Durchführung der Niedrigdosis-CT zur Früherkennung von Lungenkrebs hat. Dort legen Sie den Bericht mit der Überweisung vor. Vor der Niedrigdosis-CT findet ein ärztliches Aufklärungsgespräch statt. Sie können Fragen stellen und erhalten Informationen zum weiteren Ablauf der Untersuchung.
Bei einer Niedrigdosis-CT werden mithilfe von Röntgenstrahlen Schnittbilder der Lunge erstellt. So können auch kleine Auffälligkeiten sichtbar gemacht werden. Die Untersuchung ist schmerzfrei, dauert nur wenige Minuten und findet im Liegen statt. Die Radiologin oder der Radiologe beurteilt die Niedrigdosis-CT-Bilder und prüft sie auf Auffälligkeiten. Dabei kommen auch spezielle Computerprogramme zum Einsatz. Auffällige Befunde werden durch weitere Spezialistinnen oder Spezialisten begutachtet.
Das Untersuchungsergebnis wird Ihnen der Regel innerhalb von 14 Tagen mitgeteilt.
Unsere teilnehmenden Praxen an der Lungenkrebs-Früherkennung
Interesse am Lungenkrebs-Screening?
Dann vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis für Pneumologie in der Poliklinik in Potsdam. Wir bieten Beratung, Aufklärung und Planung zum Lungenkrebs-Screening an.
Mögliche Ergebnisse der Untersuchung
Den meisten Personen wird mitgeteilt, dass keine Auffälligkeiten gefunden wurden. In diesen Fällen kann die Untersuchung frühestens nach zwölf Monaten wiederholt werden.
Wenn auf einer Aufnahme der Lunge eine Auffälligkeit gefunden wird, lässt sich manchmal bereits erkennen, dass die Veränderung höchstwahrscheinlich gutartig ist. Solche Befunde werden dann „kontrollbedürftig“ genannt: Dann wird innerhalb der nächsten zwölf Monate ein weiteres Niedrigdosis-CT-Bild gemacht. Der genauere Zeitpunkt wird seitens der Radiologie empfohlen.
Bei „abklärungsbedürftigen“ Befunden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Lungenkrebs hinweisen, bespricht die Radiologin oder der Radiologe die weiteren Schritte persönlich mit Ihnen und es werden die notwendigen Maßnahmen umgehend eingeleitet. In einer spezialisierten Praxis oder Klinik, wie unserem durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziertes Lungenkrebszentrum am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam, finden weitere Untersuchungen statt, wie beispielsweise eine Gewebeentnahme (Biopsie) aus der Lunge. Im Anschluss werden die Befunde dieser Untersuchungen in einer Fallkonferenz von einem Team aus Fachärztinnen und Fachärzten beraten. Das Ergebnis wird Ihnen zeitnah mitgeteilt.
Gemeinsam aufhören – gemeinsam stark bleiben
Raucherentwöhnung
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Die Früherkennung kann das Risiko für Lungenkrebs nicht senken – mit dem Rauchen aufzuhören hingegen schon. Den meisten Menschen fällt der Rauchstopp schwer. Es gibt aber Unterstützung und Behandlungen, die die Erfolgschancen erhöhen.
Dazu zählen beispielsweise:
- Beratungsangebote
- Rezeptfreie Medikamente
- Medikamente auf Rezept
- Digitale Gesundheitsanwendungen
- Nichtraucherkurse und Entwöhnungsprogramme
Einige Unterstützungsangebote und Medikamente werden von der Krankenkasse bezuschusst oder auch vollständig bezahlt. Über die Möglichkeiten der Kostenübernahme informieren Sie sich am besten bei Ihrer eigenen Krankenkasse. Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darauf an, wenn Sie Hilfe benötigen, mit dem Rauchen aufzuhören.
Sie rauchen und möchten damit aufhören? Gerne unterstützen wir Sie dabei!
Zum Angebot der Raucherentwönung der Suchtprävention und -nachsorge