Als im Mai 2025 bei der 83-jährigen Potsdamerin Frau Thalmann zunehmend Schmerzen im Oberbauch auftraten, dachte sie zunächst an harmlose Magenbeschwerden. Doch da die Beschwerden anhielten und der Hausarzt keine klare Ursache finden konnte, wurde ein CT des Bauchraums veranlasst. Das Ergebnis kam überraschend: Ein Tumor am Kopf der Bauchspeicheldrüse. Ein Zufallsbefund und doch ein Glück im Unglück; denn Bauchspeicheldrüsenkrebs wird häufig erst erkannt, wenn erste Symptome wie eine Gelbfärbung der Haut auftreten.

Das Gespräch mit den Experten

Im Klinikum EvB übernahmen Prof. Dr. Frank Marusch, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie und der Leitende Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Rheumatologie, Bert Matthees, sofort die weitere Betreuung. Noch am selben Tag vereinbarten sie mit Frau Thalmann und ihrem Sohn ein ausführliches Gespräch. „Ich habe ruhig auf die Diagnose reagiert“, erzählt Frau Thalmann später. „Ich habe irgendwie damit gerechnet – alle meine fünf Geschwister waren ebenfalls an Krebs erkrankt.“ Mit viel Einfühlungsvermögen erklärten Herr Prof. Marusch und Herr Matthees den Befund, die Behandlungsmöglichkeiten und die Erfolgsaussichten. Nach sorgfältiger Abwägung empfahlen die Experten eine operative Entfernung des Tumors.

„Auch bei Patientinnen und Patienten im höheren Lebensalter, insbesondere über 80 Jahren, können operative Eingriffe mit gutem Ergebnis durchgeführt werden. Voraussetzung ist jedoch eine offene und ehrliche präoperative Aufklärung über die bestehenden Risiken.“

Prof. Dr. Frank Marusch, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie

Die Entscheidung für eine Operation

Gemeinsam mit dem Sohn der Patientin führten die Ärzte mehrere Gespräche, um die Chancen und möglichen Komplikationen transparent zu besprechen. Auch eine umfassende Herzuntersuchung wurde durchgeführt, um sicherzustellen, dass Frau Thalmann körperlich stark genug für den Eingriff war. „Ich empfand die Gespräche mit Herrn Marusch als sehr erleichternd. Ich hatte das Gefühl, wirklich verstanden zu werden und in besten Händen zu sein“, erinnert sich die Patientin. Mitte Juli fand schließlich die Operation statt – ein komplexer Eingriff, der etwa drei Stunden dauerte. Der Tumor konnte vollständig entfernt werden. Die anschließende Untersuchung der Pathologie bestätigte den Verdacht auf
ein bösartiges Geschwulst.

Der Weg zur Genesung

Nach drei Tagen auf der Intensivstation wurde Frau Thalmann auf die Normalstation der Allgemeinchirurgie verlegt. „Dort hat man sich unglaublich viel Mühe gegeben. Ich habe mich sicher und gut aufgehoben gefühlt“, sagt sie lächelnd. Bereits sieben Tage nach der Operation konnte sie wieder in ihr betreutes Wohnen zurückkehren. Die Wunde verheilte gut, doch das Sitzen bereitete zunächst noch Schmerzen und auch die Kräfte mussten langsam zurückkehren. Gemeinsam mit den Ernährungsberaterinnen des Klinikums begann Frau Thalmann, ihre Ernährung umzustellen. Sechs kleinere Mahlzeiten am Tag, leicht verdaulich und auf die neue Situation abgestimmt. Schritt für Schritt lernte sie, welche Lebensmittel ihr guttun und wie sie ihren Alltag wieder selbstständig gestalten kann.
Heute blickt sie zurück: „Ich bin froh, dass man mich hier so ernst genommen hat. Ohne die schnelle und kompetente Entscheidung der Ärzte wäre der Tumor wohl viel zu spät entdeckt worden.“

Empathie und Zusammenarbeit: Der Schlüssel zum Erfolg

„Gerade bei älteren Menschen braucht es Zeit, Empathie und eine sorgfältige Abwägung“, sagt Prof. Marusch. „Aber wenn alle Voraussetzungen stimmen, können wir auch Patientinnen
und Patienten mit über 80 Jahren erfolgreich operieren.“ Diese Geschichte zeigt, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen Patient*innen, Angehörigen und einem erfahrenen interdisziplinären Team aus Ärzt*innen ist. Mit Fachkompetenz, Menschlichkeit und Sorgfalt konnte Frau Thalmann eine schwere Diagnose annehmen.

Wir bedanken uns vielmals bei ihr für das interessante Gespräch und wünschen ihr weiterhin alles Gute.

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