Potsdam, 12. Januar 2023

INGA-Pflege_Geschäftsführung begrüßt neue Mitarbeitende von den Philippinen

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in der Pflege hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) das Pilotprojekt „INGA Pflege“ ins Leben gerufen. INGA erprobt, den notwendigen Anerkennungsprozess ausländischer Pflegekräfte so effizient und so schnell wie möglich zu machen – in nur 6,5 Monaten! Der Anpassungslehrgang INGA-Pflege umfasst Teamteaching, Praxisanleitung auf Station und Sprachförderung, um ausländische Berufs- und Ausbildungsabschlüsse deutschen Abschlüssen gleichzustellen und somit „anzuerkennen“.

„Wir sind stolz darauf, als KEvB einer von nur drei Pilotprojekt-Standorten in ganz Deutschland zu sein“, so Katrin Fromm, Pflegedirektorin des Klinikums Ernst von Bergmann. „Maligayang Pagdating sa Potsdam, liebe Kolleginnen und Kollegen von den Philippinen! Mit Ihnen kann INGA nun richtig starten“, ergänzt sie.


„Eins unserer Herzensanliegen ist es, den Pflegebereich der EvB Gruppe weiter zu stärken. Dazu gehört im Rahmen unseres 5-Punkte-Plans Starke Pflege auch die Anwerbung und Integration ausländischer Fachkräfte. Schon seit 2020 sind wir im Aufbau und in Vorbereitungen des INGA-Projekts. Was lange währt, wird gut: Wir sind zuversichtlich, dass dies ein erfolgreiches Projekt für die philippinischen Kolleginnen und Kollegen wird“, sagt Hans-Ulrich Schmidt, Geschäftsführer des Klinikums Ernst von Bergmann.


Kurz nach Weihnachten wurden die ersten neun philippinischen Pflegefachkräfte bei uns in Potsdam begrüßt. Acht Mitarbeitende werden im Potsdamer KEvB arbeiten; ein Kollege startet in unserer Klinik in Bad Belzig. Weitere 12 philippinische Mitarbeitende werden bis zum Spätsommer 2023 erwartet. Den neuen Kolleginnen und Kollegen wurden unsere klinikeigenen Apartments auf dem Campusgelände bereitgestellt. In einer fremden Stadt und vor allem in einem fremden Kulturkreis gibt der enge Kontakt zueinander, gerade zu Beginn, Sicherheit. Auch der kurze Arbeitsweg und die unkomplizierte Zurverfügungstellung der Wohnungen erleichtern den Start im fernen Potsdam. Gemeinsame, organisierte Spaziergänge durch Potsdam und erste Kontakte mit langjährigen philippinischstämmigen Mitarbeitenden des KEvB gehören für uns zu einer ersten Begrüßung im INGA-Projekt ebenfalls dazu.


Am 2. Januar hieß es dann: Herzlich Willkommen im Rahmen der Check-In-Tage der Ernst von Bergmann Gruppe. Sicherlich ein Sprung ins kalte Wasser, prasseln doch alle wichtigen und interessanten Informationen an diesem Tag fast ohne Pause auf alle neuen Mitarbeitenden ein; auch auf Kolleg*innen, die noch nicht ganz so sicher in der deutschen Sprache sind. Zur Unterstützung hat die Deutschdozentin die Gruppe den ganzen Tag begleitet. Für die kommenden Monate sind unsere Praxisanleitenden und Mentor*innen der jeweiligen Stationen wichtige Kontaktpersonen für unsere neuen Kolleg*innen. Wir haben uns daher viel Zeit genommen, uns gegenseitig kennen zu lernen. Auch haben wir unsere Praxisanleitenden und Mentor*innen im Vorfeld zum Thema interkultureller Kompetenzen im Berufsalltag geschult.

Am 9. Januar startete der eigentliche Anpassungslehrgang unserer neun philippinischen Kolleg*innen. Das bedeutet theoretische Kurse im Pflegekabinett auf dem Campus und angeleitete Praxis auf den Stationen des Klinikums EvB.

Und wenn alles so klappt, wie das BMG sich das im Pilotprojekt INGA Pflege gedacht hat, gratulieren wir in guten 6 Monaten zu neun bestandenen Anerkennungsprüfungen. Und sagen dann: Binabati kita!

Hintergrund – Was ist INGA-Pflege?

INGA-Pflege ist ein betriebsintegrierter Anpassungslehrgang für philippinische Pflegefachkräfte mit einem Bachelorabschluss in Pflege (B.Sc.Nursing), die über mindestens eine Sprachkompetenz auf Niveau GER B1 verfügen.

Das Konzept INGA-Pflege wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) von der Forschungs- und Transferstelle „Gesellschaftliche Integration und Migration (GIM)“ an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) des Saarlands entwickelt. Das Deutsche Kompetenzzentrum für internationale Fachkräfte in den Gesundheits- und Pflegeberufen (DKF) im Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) koordiniert die Umsetzung der Ausgleichsmaßnahme INGA Pflege, wobei teilnehmende Einrichtungen kostenfrei während der Umsetzung begleitet werden. Das Konzept ist aktuell für philippinische Pflegefachpersonen angelegt.

Alle Neuankömmlinge haben ein Pflegestudium mit dem „Bachelor of Science in Nursing" abgeschlossen, einige bereits mit Arbeitserfahrung. Um in Deutschland als Pflegefachkraft arbeiten zu können, benötigen sie die Anerkennung ihres philippinischen Abschlusses. Und obwohl sie Deutschkenntnisse mitbringen, liegt ein besonderes Augenmerk auf einer vertieften und speziell auf die „Pflegesprache" ausgerichteten integrierten Sprachförderung. 


Die enge Begleitung des Deutschen Kompetenzzentrums für internationale Fachkräfte in den Gesundheits- und Pflegeberufen (DKF) und die fachliche Unterstützung des Instituts für gesellschaftliche Integration und Migration (GIM) ermöglichen es uns, unsere bereits gemachten Erfahrungen in der Anpassungsqualifikation internationaler Fachkräfte professionell zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Dieses Konzept der interdisziplinären Zusammenarbeit greift das Pilotkonzept INGA-Pflege auf.

https://dkf-kda.de/inga-pflege/

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Pressesprecherin | stv. Geschäftsbereichsleitung
Theresa Decker