Hündin "Riva" während ihres Besuchs auf der Palliativstation
Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam setzt auf eine ganzheitliche medizinische Behandlung und Betreuung – auch mit tierischer Unterstützung. Seit dem 23. Juli 2026 begleiten die speziell ausgebildete Besuchshündin „Riva“ und Hundeführerin Katharina Tobsch ehrenamtlich einmal pro Woche Palliativpatient*innen, spenden Trost, fördern die Kommunikation und bringen Wärme in eine schwierige Lebensphase. Ein bereicherndes Angebot, das eine besonders anspruchsvolle und herausfordernde medizinische Betreuung mit der positiven Wirkung von Tieren verbindet.
„Dass Tiere sich positiv auf die Gefühlswelt von Menschen auswirken, ist wissenschaftlich gut belegt. Wir freuen uns sehr, unseren Patientinnen und Patienten in einer schwierigen Lebensphase nun diese besondere Unterstützung anbieten zu können“, erklärt Prof. Dr. med. Karin Jordan, Chefärztin der Klinik für Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie, Supportiv- und Palliativmedizin des Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam.
Besuchs- und Therapiebegleithunde werden bei der Behandlung von Depression, Demenz und Schmerz bereits in zahlreichen Kliniken deutschlandweit wirksam eingesetzt, auch im Klinikum Ernst von Bergmann. Seit Mai 2025 unterstützt Therapiebegleithund „Mogli“ das Team der Klinik für Geriatrie. In der Palliativversorgung von Patient*innen in fortgeschrittenen Erkrankungsstadien steht vor allem der psychologische Effekt im Vordergrund. Dieser beruht auf den positiven Auswirkungen des körperlichen Kontaktes.
Für Ursula Knoblau, ärztliche Leiterin der Palliativstation, ist die sechsjährige Besuchshündin „Riva“ auch eine „Brückenbauerin“ bei schwierigen Kommunikationssituationen: „Tiere haben einen schnellen Zugang zum Menschen und wirken beruhigend. Sie kommunizieren auf einer Ebene ohne Worte, intuitiv mit ihrer Körpersprache und Lautgebung. Der Kontakt kann für schwerkranke Menschen eine wichtige Stütze sein, ihnen körperlich guttun und sie seelisch berühren.“
„Wir erhoffen uns, dass Riva im Kontakt mit unseren Patientinnen und Patienten Ängste und innere Unruhe reduzieren kann, das emotionale Wohlbefinden fördert und Gespräche anregt, wo einem die Worte fehlen. Gerade in der Palliativversorgung tragen solche positiven Begegnungen dazu bei, Lebensqualität zu erhalten und wertvolle Momente der Nähe, des Trostes und des Lächelns zu schaffen“, erläutert Pia Wuthe, pflegerische Stationsleitung der Palliativstation.
Hohe Anforderungen an die Hygiene
Um Border Collie „Riva“ den Stationsaufenthalt und den direkten Kontakt zu Patient*innen zu ermöglichen, wurde das Team der Krankenhaushygiene bereits frühzeitig eingebunden und gemeinsam ein Hygienekonzept erarbeitet. Die Besuchshündin ist durch ihren Einsatz am Bett der Patient*innen besonders gepflegt. Sie wird regelmäßig entwurmt, geimpft, auf Krankheiten untersucht und ist unter tierärztlicher Kontrolle. Vor und nach jedem Einsatz der Hündin werden Kontaktflächen zum Schutz von Mensch und Tier zudem gründlich gereinigt und desinfiziert. Voraussetzung für den Einsatz der Besuchshündin ist zudem der explizite Wunsch der Patient*innen oder der Angehörigen.
Hundeführerin Katharina Tobsch ist eines von inzwischen 40 ehrenamtlich tätigen Besuchshundeteams des gemeinnützigen Vereins Therapiehunde Brandenburg. Seit der Gründung im Jahr 2009 bringen die Besuchs- und Therapiebegleithunde-Teams Freude, Nähe und Lebensqualität zu Menschen, die besondere Unterstützung brauchen – zum Beispiel in Kindergärten, Schulen, Senioren- und Pflegeheimen, in Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen oder in Krankenhäusern.