Shunt-Referenzzentrum
Das Shuntzentrum des Departments für Gefäßchirurgie hat im November die Zertifizierung als Shunt Referenzzentrum erhalten. Bereits im Juni 2022 war das Zentrum als Regionales Shuntzentrum ausgezeichnet worden. Die nun erreichte höhere Zertifizierungsstufe bestätigt die kontinuierliche Weiterentwicklung der strukturellen, fachlichen und organisatorischen Qualität. Damit ist das Shuntzentrum das erste und einzige Shunt Referenzzentrum im Land Brandenburg.
„Die Zertifizierung zum Shunt Referenzzentrum ist ein wichtiger Meilenstein für unser gesamtes Team“, freut sich Dr. med. Peter Adeberg, Leiter Shuntzentrum. „Sie bestätigt, dass wir hohe Versorgungsstandards nicht nur erreichen, sondern nachhaltig leben. Unser Ziel bleibt es, Patientinnen und Patienten in jeder Phase ihrer Dialyseversorgung bestmöglich zu begleiten.“
Interdisziplinäre Team-Leistung
Mit der neuen Zertifizierung setzt das Shuntzentrum einen wichtigen Impuls für die Versorgung von Dialysepatient*innen in der gesamten Region und stärkt zugleich die überregionale Bedeutung des Standortes. Denn das Einzugsgebiet umfasst neben dem Land Brandenburg auch Berlin und Sachsen-Anhalt. Durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit bietet das Zentrum eine umfassende Versorgung – von der Diagnostik über operative Eingriffe bis zur langfristigen Nachsorge. Im Jahr 2024 wurden im Klinikum über 500 Eingriffe zur Schaffung eines Zugangs für die Hämodialyse durchgeführt.
Dr. med. Peter Olschewski, Departmentleiter der Gefäßchirurgie, unterstreicht die interdisziplinäre Leistung: „Diese Anerkennung zeigt, wie effektiv die Zusammenarbeit zwischen der Gefäßchirurgie, Nephrologie und Radiologie funktioniert. Die Entwicklung zum Referenzzentrum war nur möglich, weil alle Fachbereiche gemeinsam an einem Strang gezogen haben – zum Wohl unserer Patientinnen und Patienten.“
Der Shunt
In Deutschland sind etwa 100.000 Patient*innen mehrmals pro Woche auf eine Blutwäsche (Hämodialyse) angewiesen, um die Entgiftungsfunktion der Nieren zu unterstützen oder zu ersetzen. Für die Dialysebehandlung wird ein Gefäßzugang benötigt, also ein speziell dafür vorbereitetes Blutgefäß, der sogenannte „Shunt“ – englisch für Kurzschluss. Dieser stellt bis heute die zuverlässigste und effektivste Methode für den Anschluss an die Dialysemaschine dar. Ein Shunt wird meistens am Arm angelegt und bei jeder Dialyse angestochen. Der Shunt ist somit die Lebensader für Patient*innen mit Nierenversagen; er lässt sich unter der Haut gut tasten und problemlos mit Kanülen punktieren.