Stillen
Muttermilch ist die natürlichste, gesündeste und einfachste Nahrung, die man einem Kind in den ersten Lebensmonaten bieten kann. In ihr sind alle lebenswichtigen Nährstoffe enthalten – genau in der Menge und Zusammensetzung, die ein Baby braucht und die sein kleiner Körper auch am besten verarbeiten kann. Jedes Jahr in der 40. Kalenderwoche feiern wir deshalb die Weltstillwoche – eine Woche, die symbolisch für das Ende der Schwangerschaft und den Beginn der Stillbeziehung von Mutter und Kind steht. Stillen ist so individuell wie jede Familie und die persönliche Entscheidung der Mutter, die sie frei und gut informiert treffen sollte. Muttermilch enthält Nährstoffe und Antikörper, die für die Entwicklung und das Wachstum eures Babys besonders wichtig sind. Stillen fördert aber auch die Gesundheit der Mutter. Leider fehlen oft stillfreundliche Rahmenbedingungen und verlässliche Informationen, gerade bei Frühgeborenen und kranken Neugeborenen.
„Du entscheidest. Nicht die Werbung.“
Weltstillwoche 2025
Elisabeth Wolf (Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, Neonatologie, Stillspezialistin®), Saskia Zimmermann (Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, Neonatologie, IBCLC-zertifiziert & Stillspezialistin®), Sabine Thieme (Gesundheits- und Krankenpflegerin, Kinder-Intensivstation, IBCLC-zertifiziert, Stillspezialistin® & EFNB®-Fachkraft), Steffanie Matthies (Gesundheits- und Krankenpflegerin, Mutter-Kind-Station, IBCLC-zertifiziert)
Das Motto der Weltstillwoche lautet in diesem Jahr: „Du entscheidest. Nicht die Werbung.“ Wir möchten Mütter und Familien dazu ermutigen, sich neutrale Beratung zu holen und kritisch mit kommerziellen Einflüssen rund ums Stillen umzugehen – besonders in Zeiten von sozialen Medien.
Unser Team aus Hebammen und qualifizierten Stillberaterinnen ist für Sie da – mit Herz, Erfahrung und Fachwissen, im Kreißsaal bei ersten Anlegen, auf der Frühchenstation, auf der Mutter-Kind-Station und der Kinderstation. Bei Fragen rund um Milchbildung und Stillstart unterstützen wir Sie liebevoll und kompetent. Ob Sie vollstillen, teilstillen oder nicht stillen möchten – es geht um Sie und ist Ihre Entscheidung: frei von Druck, gut informiert und voller Unterstützung.
Weitere Informationen zur Weltstillwoche 2025 unter: https://www.babyfreundlich.org/weltstillwoche/2025-who-kodex/
Erste Stunde nach der Geburt
Die goldene Stunde
falonkoontz – stock.adobe.com
Die goldene Stunde ist die wichtigste erste Stunde nach der Geburt, in der das Baby nackt auf der Brust der Mutter liegt – Haut an Haut, ganz ohne Eile. Diese Zeit des ungestörten Kuschelns und Zusammenfindens, des ersten Stillens und gegenseitigem Beschnupperns ist uns besonders wichtig und wird nach Möglichkeit nicht gestört.
Vorteile fürs Baby
- Stabiler Herzschlag
- Ruhige Atmung
- Bessere Temperaturregulation
- Das Baby kommt sanft im Leben an.
Vorteile fürs Stillen
- Häufig selbstständiges Andocken
- Frühzeitige Milchbildung wird gefördert
- Stärkung des Stillbeginns und der Milchmenge
Emotionale Bedeutung
- Ausschüttung von Oxytocin („Kuschelhormon“)
- Stärkere Mutter-Kind-Bindung
- Vertrauen, Nähe und Geborgenheit ab der ersten Minute
Die goldene Stunde ist ein Geschenk. Genießen Sie diese Zeit, wann immer möglich, ohne Hektik und ganz in Ruhe.
Die goldene Milch
Kolostrum
Kolostrum, auch „Vormilch“ genannt, ist die allererste Milch, die die Brust nach der Geburt produziert. Sie ist dickflüssig, oft gelblich bis goldfarben, und enthält hochkonzentrierte Nährstoffe. Schon in den letzten Schwangerschaftswochen können kleine Tropfen auftreten. Kolostrum wird vom Körper automatisch gebildet – egal ob du eine vaginale Geburt oder einen Kaiserschnitt hast. Meist reicht das sanfte Anlegen des Babys direkt nach der Geburt, um den Milchfluss anzuregen. Manche Frauen sammeln in den letzten Schwangerschaftswochen Kolostrum per Handgewinnung besonders wenn absehbar ist, dass das Kind eventuell zusätzliche Stärkung nach der Geburt braucht (z. B. bei Diabetes in der Schwangerschaft).
Inhaltsstoffe und Wirkung: Kolostrum ist ein echtes „Superfood“ fürs Neugeborene
- Immunglobuline (Antikörper) → stärken das noch unreife Immunsystem
- Leukozyten → schützen vor Infektionen
- Eiweiße & Enzyme → leicht verdaulich, fördern die Reifung des Darms
- Vitamine & Mineralstoffe → u. a. Vitamin A (wichtig für Haut, Augen, Schleimhäute)
- Hohe Konzentration an Wachstumsfaktoren → helfen beim Aufbau der Darmflora
Was kann Kolostrum fördern?
- Schutz vor Infekten und Allergien
- Aufbau einer gesunden Darmflora („erstes Probiotikum“)
- Anregung der Verdauung und Förderung des Abgangs von Mekonium (Kindspech)
- Stärkung der Mutter-Kind-Bindung durch frühes Anlegen
Warum ist das erste Anlegen im Kreißsaal so wichtig?
Das sogenannte „Bonding und frühe Anlegen“ direkt nach der Geburt ist entscheidend:
- Babys sind in der ersten Stunde nach der Geburt besonders wach und saugbereit.
- Durch den Haut-zu-Haut-Kontakt werden Hormone wie Oxytocin ausgeschüttet, die den Milchfluss anregen und die Gebärmutterrückbildung fördern.
- Jedes noch so kleine Tröpfchen Kolostrum ist wertvoll – es wird oft als „flüssiges Gold“ bezeichnet.
Muttermilch auch für die Allerkleinsten
Frauenmilchbank
Aufbereitung von Muttermilch in der Milchküche unserer Frauenmilchbank
Maria Parussel
Muttermilch ist die natürlichste, gesündeste und einfachste Nahrung, die man einem Kind in den ersten Lebensmonaten bieten kann. Deshalb ist Muttermilch insbesondere für Frühchen und kranke Neugeborene extrem wichtig ist. Doch wenn die Milch der eigenen Mutter (noch) nicht ausreicht oder Stillen nicht möglich ist, kann Spendermilch aus einer Frauenmilchbank überlebenswichtig sein.
Mütter können Milch spenden, indem sie überschüssige Muttermilch abpumpen und zu unserer Frauenmilchbank in Potsdam bringen. Hier angekommen, werden die Milchspenden kontrolliert, pasteurisiert und bis zu sechs Monate tiefgekühlt gelagert. Wie genau das funktioniert, erklären wir gern. Sie wollen Muttermilch spenden? Dann melden Sie sich bitte vorab beim Team unserer Milchküche.
Emotionale Bindung zwischen Eltern und Kind
Bonding
Frühchen beim Bonding mit seiner Mama auf unserer Frühchenstation
Bonding bezeichnet die emotionale Bindung zwischen Eltern und Kind – sie beginnt oft schon in der Schwangerschaft und wird nach der Geburt durch Nähe, Berührung und vor allem das Stillen intensiviert. Beim Stillen wird bei der Mutter Oxytocin ausgeschüttet – das sogenannte „Kuschel- oder Bindungshormon“. Es fördert nicht nur den Milchfluss, sondern sorgt auch für Ruhe, emotionale Stabilität und das starke Gefühl von Liebe und Nähe.
Auch beim Baby passiert Erstaunliches: Durch Hautkontakt und Saugen werden Bindungshormone wie Oxytocin und Endorphine freigesetzt. Das sorgt für weniger Stress, stabile Vitalfunktionen und ein tiefes Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.
Stillen ist weit mehr als Nahrungsaufnahme: Es ist tägliche Kommunikation – durch Blickkontakt, Stimme, Berührung und Duft.
So können Sie Bonding aktiv fördern:
- Hautkontakt direkt nach der Geburt
- Stillen nach Bedarf
- Tragen im Tuch oder in der Trage
- Liebevoller Blickkontakt & Sprechen
- Gemeinsames Schlafen (unter sicheren Bedingungen)
Bonding endet nicht mit dem Wochenbett. Auch beim Abstillen oder Fläschchen füttern gilt: Nähe, Zuwendung und Feinfühligkeit bleiben entscheidend. Bonding stärkt Vertrauen – und Vertrauen stärkt Bindung. Stillen kann diesen besonderen Prozess wunderbar begleiten – als Beginn einer lebenslangen Beziehung.
Interview
Stillen trotz Startschwierigkeiten
Wenn ein Baby viel zu früh auf die Welt kommt, steht die Welt der Eltern Kopf. In dieser schweren Zeit unterstützen wir Mütter von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen beim Start in die Milchbildung, geben Hilfestellungen zum Erhalt, sowie bei den eventuell zu überwindenden Hürden in dieser besonderen Zeit. Im Interview erzählt eine Zwillings-Mama, deren Kinder in der 26+6. SSW zur Welt kamen, wie das Stillen trotz Startschwierigkeiten möglich war – und warum jede Unterstützung zählt.
Sie sind Mutter von Frühgeborenen-Zwillingen – vielleicht erzählen Sie uns kurz, Sie sind Mutter von Frühgeborenen-Zwillingen – wie früh kamen Ihre Kinder zur Welt?
Meine beiden Jungs, Hugo und Oskar, sind in der 26+6 Schwangerschaftswoche zur Welt gekommen – also etwa 3 Monate zu früh. Das war für uns ein Schock, das hatte sich für uns nicht wirklich abgezeichnet. Ja, die Schwangerschaft war nicht ohne Komplikationen gewesen, aber als dann am 2. Januar 2022 frühmorgens die eine Fruchtblase platzte, waren wir darauf überhaupt nicht vorbereitet. Im Krankenhaus sagte man mir, man könne mir nicht sagen, wie lange ich jetzt noch schwanger sein würde – es könnten ein paar Stunden oder noch ein paar Wochen sein… Wir hofften auf ein bisschen Zugabe, haben uns aber trotzdem am selben Nachmittag noch auf vier Namen geeinigt – zwei Mädchenname und zwei Jungennamen, da wir das Geschlecht der beiden noch nicht wussten und auch nicht wissen wollten. In der Nacht habe ich dann Wehen bekommen. Die Geburt ließ sich nicht mehr aufhalten. In den frühen Morgenstunden wurden Hugo und Oskar dann geholt. Ich konnte sie nicht mal kurz sehen, so schnell mussten sie ärztlich versorgt werden. Aber immerhin habe ich jeden der beiden kurz und ganz zart schreien gehört. Das gab mir Trost und Zuversicht. Was dann kam, war ein Weg, auf den uns keiner hätte vorbereiten können und der doch unserer geworden ist. Die vielen Wochen auf der Neonatologie, die liebevolle Begleitung dort, die Fortschritte und Rückschläge, die Sorgen, die Zuversicht und die unendliche Freude als es endlich mit großen Schritten auf die Entlassung zuging – das hat uns nachhaltig geprägt, auch wenn wir inzwischen ein relativ normales Leben mit Zwillings-Kleinkindern leben.
Kuscheln mit den Zwillingen auf der Neonatologie
Viele Eltern fragen sich, ob Stillen bei Frühchen überhaupt möglich ist – wie haben Sie das damals erlebt?
Ich habe zu Beginn gar nicht darüber nachgedacht, obwohl für mich während der Schwangerschaft immer klar war, dass ich Stillen wollte. Als Hugo und Oskar auf der Welt waren, waren sie so klein und zart, so voller Kabel und Schläuche, dass das Stillen weit weg war. Aber uns wurde sofort gesagt, wie wichtig Muttermilch für extreme Frühchen wie Hugo und Oskar sei. Für mich stand deshalb fest: mit das Wichtigste, was ich in diesem Moment für meine Zwillinge tun konnte, war Abpumpen – Tag und Nacht, zehn bis zwölf Mal täglich. Als mich an einem Samstag, ungefähr drei Wochen nach der Entbindung, Schwester Saskia ganz spontan fragte, ob ich die beiden einmal anlegen wollte, war ich sehr überrascht. Ich hätte mir nicht gedacht, dass das zu diesem frühen Zeitpunkt schon möglich wäre – immerhin bekamen die Jungs meine Muttermilch bis zu diesem Zeitpunkt ausschließlich über eine Magensonde und in Mini-Dosen von wenigen Millilitern. Und, was soll ich sagen, es funktionierte! Nicht so, wie es bei reif geborenen Babys funktioniert. Den beiden fehlte einfach die Kraft, um richtig zu saugen. Und die Atemunterstützung behinderte das Trinken zudem. Aber sie wussten instinktiv sofort, was zu tun war. Sie suchten nach meiner Brust und fingen an zu saugen. Auch wenn es wahrscheinlich nur ein paar Tröpfchen waren, die sie dabei erwischt haben – es war der Anfang einer langen wunderschönen, wenn auch manchmal steinigen, Stillbeziehung zwischen uns drei :-)
In der Kinderklinik besteht ja auch die Möglichkeit, Frauenmilch über unsere Milchbank zu erhalten. Haben Ihre Kinder davon profitiert?
Tatsächlich brauchten unsere Zwillinge die Spendermilch nicht. Da sie so früh zur Welt gekommen sind und deshalb Milliliter für Milliliter an die Muttermilch herangeführt werden mussten, reichte meine eigene Milch von Anfang an aus – selbst in den ersten Tagen, in denen ich mit viel Mühe nur wenige Milliliter abpumpte. Aber schon nach wenigen Tagen konnte meine eigene überschüssige Milch in der Frauenmilchbank für später eingefroren werden – denn der Milchhunger der beiden wuchs mit jedem Tag.
Wenn Sie zurückblicken: Hatten Sie es sich anfangs vorstellen können, Ihre Zwillinge über einen längeren Zeitraum zu stillen?
Zunächst einmal hatte ich mir im Laufe der Wochen auf der Neonatologie fest vorgenommen, die beiden, sobald wir zu Hause wären, voll zu stillen. Ich wollte das unbedingt! Einfach, weil ich ihnen nach ihrem schwierigen Start das Allerbeste geben wollte. Ich wollte alles tun, was dafür nötig wäre. Ich wusste aber auch, dass ich mir damit kein leichtes Ziel gesetzt hatte, denn die Milchmenge stagnierte irgendwann. Es war harte Arbeit, sie immer weiter zu steigern. Auch die Umstellung von Fläschchen mit abgepumpter Milch zur Brust war ein harter Weg. Immer wieder war ich kurz davor aufzugeben. Aber dann, ungefähr 4 Wochen nach unserer Entlassung aus dem Krankenhaus, hatten wir es geschafft – keine Fläschchen mehr, keine anderen Hilfsmittel, nie wieder! Dass ich Hugo und Oskar dann bis kurz vor ihrem 3. Geburtstag stillen würde, hätte ich mir zu diesem Zeitpunkt trotzdem nicht gedacht. Ein Jahr war der Plan. Aber dann lernte ich, dass Muttermilch auch nach dem ersten Geburtstag noch soooo wertvoll ist. Und so praktisch. Wenn wir unterwegs waren, brauchte ich nur Windeln, keine Fläschchen, keine Schnuller, nichts – welche Erleichterung bei Zwillingsbabys. Und später, wenn sie nicht essen wollten, wenn sie krank waren, kein Wasser trinken wollte, stillen wollten sie IMMER!!!
Wie haben Sie die Unterstützung durch die Stillberatung im Klinikum erlebt – gerade in der sensiblen Zeit auf der Neonatologie?
Diese Unterstützung war der Schlüssel! Ohne Schwester Sabine und Schwester Saskia hätte ich es nie geschafft, meine Zwillinge voll zu stillen. Ich hätte es vielleicht nicht einmal gewagt. Und dafür bin ich ihnen bis heute unendlich dankbar. Allein der so wichtige Start in die Milchbildung wäre ohne die Stillberatung nicht geglückt. Ich lernte, wie oft ich abpumpen sollte, wie lange und vor allem zu welcher Uhrzeit. Die Milchpumpe wurde mein ständiger Begleiter. Aber es hat sich gelohnt. Nach einigen Wochen waren es die ersten zarten Stillversuche, die mir Hoffnung gaben. Die Selbstverständlichkeit und die liebevolle Begleitung, die in mir auch das nötige Selbstvertrauen wachsen ließ, mein Ziel zu formulieren: Ich möchte meine Extremfrühchenzwillinge voll stillen! Und später: Stillen auf der Neonatologie war nicht immer einfach. Die Bedeutung der Muttermilch für Frühchen war unumstritten, aber das Stillen selbst war in dieser Umgebung oft schwer. Es fehlte an Zeit, es fehlte an der nötigen Ruhe. Oft habe ich gezweifelt. Aber auch dann haben mich Schwester Sabine und Schwester Saskia immer wieder aufgefangen, ermutigt – haben uns mit ganz viel Hingabe unterstützt.
Was würden Sie sagen: Welche Rolle hat die Muttermilch in der Entwicklung Ihrer Kinder gespielt?
Mit die wichtigste überhaupt, davon bin ich fest überzeugt. Unsere Zwillinge hatten einen sehr schweren Start, mussten schon als Säuglinge Operationen und Antibiotika-Therapien durchstehen. Trotzdem sind sie heute kräftige, robuste Dreijährige, die ihre Welt mit allen Sinnen entdecken, im Matsch spielen und auch mal „Sandkuchen“ verspeisen und „Graskaffee“ dazu trinken. Sprich: Sie sind ganz normale Kleinkinder, gehen in die Kita und haben trotzdem – toitoitoi – NIE mit Magen-Darm-Krankheiten zu tun. Sie hatten noch NIE Durchfall und höchst selten mit Erbrechen zu kämpfen. Das führe ich ganz klar auf das lange Stillen zurück. Und auch in Sachen Mundentwicklung hat uns das Stillen vermutlich sehr geholfen – beide haben eine sehr klare Aussprache und auch sonst keine logopädischen Probleme.
Was möchten Sie anderen Eltern mitgeben, die vielleicht gerade in einer ähnlichen Situation sind?
Obwohl ich das Stillen – neben Liebe und Nähe im Allgemeinen – für das wichtigste und wundervollste halte, das eine Mama ihren (Extrem-)Frühchen geben kann, ist das eine sehr schwierige Frage. Als Mama von Extremfrühchen befindet man sich in einer absoluten Ausnahmesituation. Ich hatte das große Glück, dass diese Ausnahmesituation in mir unglaubliche Kräfte und eine unglaubliche Willenskraft freigesetzt hat. Ich glaube aber auch, dass sie Zweifel, Hoffnungslosigkeit und vor allem große Angst auslösen kann – und dann wird das mit dem Stillen immer schwieriger. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auf keinen Fall „Druck machen“. Aber, liebe Frühchenmama, wenn Sie gerne stillen möchten, dann vertrauen Sie auf sich und Ihre*n kleine*n Kämpfer*in. Und: lassen Sie sich helfen! Das Stillberatungsteam der Neonatologie am Klinikum Westbrandenburg ist wunderbar. Und auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus: mit einer guten Stillberaterin an Ihrer Seite ist so vieles möglich. Und wenn es erstmal läuft, dann läufts. :)