Potsdam, 16. Juni 2026

Eingangsbereich der Zentralen Notaufnahme des Ernst von Bergmann Klinikums mit mehrstöckigem Gebäude und Informationsschild

Eingangsbereich zur Zentralen Notaufnahme des Klinikum Ernst von Bergmann und zur Ärztlichen Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg

Was passiert, wenn plötzlich der Strom ausfällt? Wenn digitale Systeme nicht mehr verfügbar sind oder wichtige Versorgungsstrukturen innerhalb kürzester Zeit ausfallen? Für Krankenhäuser sind solche Szenarien keine theoretischen Gedankenspiele, sondern Teil einer verantwortungsvollen Vorsorge. Deshalb führt das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam regelmäßig sogenannte Schwarztests durch.

Dabei werden Krisen- und Notfallszenarien unter möglichst realitätsnahen Bedingungen geprobt, um Abläufe, Kommunikationswege und die Handlungsfähigkeit des Hauses im Ernstfall zu überprüfen. „Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass ein Krankenhaus auch in außergewöhnlichen Situationen handlungsfähig bleibt“, sagt Dr. Christian Unzicker, Geschäftsführer des Klinikums Ernst von Bergmann. „Krisenvorsorge ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Mit regelmäßigen Übungen überprüfen wir unsere Strukturen, identifizieren Verbesserungspotenziale und stärken die Resilienz unseres Hauses.“

Schwarztests unterscheiden sich von klassischen Übungen dadurch, dass sie möglichst nah an realen Ereignissen stattfinden. Ein Schwarztest bezeichnet die beabsichtigte Unterbrechung der externen Stromversorgung eines Krankenhauses – also einen kontrollierten, simulierten Stromausfall. Dabei wird geprüft, ob alle Notfallsysteme funktionieren und ob diese zuverlässig das versorgen, was im Ernstfall wirklich gebraucht wird. Das übergeordnete Schutzziel ist die Aufrechterhaltung der Versorgung von Notfall- und Intensivpatienten auch nach einem Stromausfall. Mitarbeitende werden mit einem simulierten Stromausfall konfrontiert und müssen auf Basis bestehender Alarm- und Notfallpläne handeln. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Alarmierung, die interne Kommunikation, die Sicherstellung kritischer Prozesse sowie die Versorgung von Patientinnen und Patienten.

Die Bedeutung solcher Übungen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Die Corona-Pandemie, internationale Krisen, Extremwetterereignisse sowie Diskussionen über mögliche Energie- und Infrastrukturengpässe haben gezeigt, wie wichtig belastbare Notfallstrukturen für Krankenhäuser sind. „Ein Krankenhaus gehört zur kritischen Infrastruktur unserer Gesellschaft“, betont Dr. Christian Unzicker. „Gerade deshalb dürfen wir uns nicht darauf verlassen, dass technische Systeme jederzeit störungsfrei funktionieren. Wir müssen vorbereitet sein – und genau dafür trainieren wir regelmäßig.“

Im Anschluss an jeden Schwarztest werden die Ergebnisse systematisch ausgewertet. Die Rückmeldungen der beteiligten Bereiche fließen in die Weiterentwicklung von Notfallplänen, Kommunikationswegen und organisatorischen Abläufen ein. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit kontinuierlich im Rahmen der technischen Möglichkeiten zu verbessern und zu sichern, um die Mitarbeitenden bestmöglich auf außergewöhnliche Situationen vorzubereiten.

Für die Patientinnen und Patienten bedeutet dies vor allem eines: Sicherheit. Denn auch unter erschwerten Bedingungen muss die medizinische Versorgung an stationären Stellen zuverlässig funktionieren. „Gute Krisenvorsorge bemerkt man im Idealfall nie“, sagt Dr. Christian Unzicker. „Aber genau darin liegt ihre Stärke. Unsere Aufgabe ist es, vorbereitet zu sein, bevor eine Krise eintritt.“