Potsdam, 29. Dezember 2025

Silvesterrakete

Silvesterrakete

Adobe Stock | Marco Martins

Für viele gehört Feuerwerk fest zum Jahreswechsel. Doch jedes Jahr bringt die Silvesternacht zahlreiche Verletzte in die Notaufnahmen. Neben Knalltraumata, Verbrennungen sowie Hand- und Kopfverletzungen sind auch die Augen besonders gefährdet. Fehlgeleitete Raketen oder explodierende Böller können schwere, teils lebenslange Schäden verursachen.

Prof. Dr. med. Ameli Gabel-Pfisterer, Leitende Oberärztin der Klinik für Augenheilkunde am Klinikum Ernst von Bergmann, erlebt diese Verletzungen regelmäßig im klinischen Alltag. „Augenverletzungen machen etwa 10 bis 15 Prozent der feuerwerksbedingten Verletzungen aus“, erklärt sie. Die Folgen reichen von vorübergehenden Sehbeeinträchtigungen bis hin zu dauerhaftem Sehverlust.
 
Viele Betroffene sind Kinder- und Jugendliche
Die Zahlen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) zeigen, wie hoch das Risiko ist: Beim Jahreswechsel 2024/25 mussten bundesweit 905 Personen wegen feuerwerksbedingter Augenverletzungen behandelt werden. Nach wie vor besorgniserregend sind mit fast 40 Prozent der hohe Anteil von Kindern und Jugendlichen unter den Verletzten. In fast 60 Prozent der Fälle traf es Unbeteiligte, die das Feuerwerk gar nicht selbst gezündet hatten – Menschen, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. 
 
Gefahr auch nach Silvester: Verletzungen am Neujahrstag
Ein besorgniserregender Teil der Verletzungen ereignet sich erst nach der Silvesternacht. Gerade Kinder und Jugendliche verletzen sich an nicht gezündeten Feuerwerkskörpern, die sie am Neujahrstag vom Boden aufheben. „Eltern sollten ihren Nachwuchs rechtzeitig über die Gefahren aufklären, die damit verbunden sind“, rät Gabel-Pfisterer. 

Vorsicht und Aufklärung können schützen
Um schwere Verletzungen zu vermeiden, rät die Augenärztin:

  • Kinder während des Feuerwerks möglichst im Haus zu lassen
  • Beim Aufenthalt im Freien eine geschlossene Schutzbrille zu tragen
  • Keine Raketen oder Böller vom Boden aufzuheben – auch nicht am Neujahrstag 

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V. (DOG) empfiehlt zudem professionell organisiertes Feuerwerk. Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern zeigen, dass gezielte Aufklärung und klare Regeln die Zahl der Verletzungen deutlich senken können.

Helfen Sie mit, Kinder, Jugendliche und unbeteiligte Passant*innen zu schützen – damit der Jahreswechsel nicht im Krankenhaus endet.