SOS nach Vergewaltigung

Medizinische Soforthilfe & vertrauliche Spurensicherung nach Vergewaltigung

Ob aus Angst, Scham oder Verzweiflung – wenn Sie sexualisierte Gewalt erfahren haben, sind Sie möglicherweise noch nicht bereit, sich direkt nach der Tat an die Polizei zu wenden. Doch unabhängig davon, ob Sie eine Anzeige erstatten wollen oder nicht, bedürfen Sie sofortiger ärztlicher Hilfe – auch wenn Sie an sich zunächst keine sichtbaren Verletzungen bemerken.

Das Angebot der vertraulichen Spurensicherung richtet sich an Betroffene von sexualisierter Gewalt, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Konfession, sexueller Identität und Orientierung oder der sozialen Beziehung zum Täter oder zur Täterin.

Sofort vertrauensvoll versorgt

Mit unserer medizinischen Versorgung und der vertraulichen Spurensicherung sind wir rund um die Uhr für Sie da. Unser Team aus Ärztinnen und Ärzten ist speziell für diese Fälle geschult.

Unabhängig von einer Anzeige leisten wir Ihnen Beistand, lassen Ihnen jegliche medizinische Hilfe zuteilwerden und sichern gerichtsverwertbar mögliche Tatspuren. So haben Sie später genügend Zeit, sich in aller Ruhe zu überlegen, ob Sie nachträglich Anzeige erstatten möchten. Das Spurenmaterial wird verschlüsselt und sicher für 10 Jahre aufbewahrt. Erst wenn Sie sich aktiv für eine polizeiliche Anzeige entscheiden und Ihre Zustimmung dazu erteilen, kann die Polizei das Spurenmaterial abrufen.

Unsere Ansprechpartner*innen

Zentrale Notaufnahme: 0331 241-55051 

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Chefärztin Prof. Dr. med. Dorothea Fischer

Sekretariat 0331 241-35602

Station Gynäkologie 0331 241-35637

Klinik für Urologie
Chefarzt Prof. Dr. med. Gralf Popken

Sekretariat 0331 241-36922

Station Urologie 0331 241-36947

So schnell wie möglich handeln

Jede Vergewaltigung ist ein medizinischer Notfall! Für die vertrauliche Sicherung der Spuren spielt die Zeit eine entscheidende Rolle. Die meisten Spuren können nur innerhalb weniger Tage nach der Tat gesichert werden. Bitte begeben Sie sich also so schnell wie möglich in ärztliche Behandlung. Wenden Sie sich hierfür an die Zentrale Notaufnahme einer der beteiligten Partnerkliniken.

Und auch, wenn es Ihnen sicherlich schwerfällt: Vermeiden Sie es, sich zu duschen oder die Kleidung zu wechseln. Nur so können wir die entsprechenden Spuren für Sie sichern.

Sie können sich zur Unterstützung von einer Vertrauensperson begleiten lassen.

Jede Anzeige zählt

Trotz aller Bedenken möchten wir Sie in jedem Fall zu einer polizeilichen Anzeige ermutigen. Erst dadurch ist eine Strafverfolgung möglich, und diese kann verhindern, dass sich die Taten wiederholen.

Weitere Anlaufstellen (24/7) ‒ beteiligte Partnerkliniken

Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam
Zimmerstraße 6, 14471 Potsdam
Telefon: 0331 9682-​1112

Asklepios Klinikum Uckermark
Am Klinikum 1, 16303 Schwedt/Oder
Telefon: 03332 53-4190

GLG Werner Forßmann Klinikum Eberswalde
Rudolf-Breitscheid-Straße 100, 16225 Eberswalde
Telefon: 03334 69-0

Helios Klinikum Bad Saarow
Pieskower Straße 33, 15526 Bad Saarow
Telefon: 033631 7-1111

Immanuel Klinik Rüdersdorf
Seebad 82/83, 15562 Rüdersdorf bei Berlin
Telefon: 033638 83-355

Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam
Charlottenstraße 72, 14467 Potsdam
Telefon: 0331 241-55051 (Notaufnahme)

Klinikum Frankfurt (Oder)
Müllroser Chaussee 7, 15236 Frankfurt (Oder)
Telefon: 0335 548-2710 (innerhalb Dienstzeiten)
Telefon: 0335 548-1301 (außerhalb Dienstzeiten)

Kreiskrankenhaus Prignitz, Standort Perleberg
Dobberziner Straße 112, 19348 Perleberg
Telefon: 03876 30-30

Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem
Thiemstraße 111, 03048 Cottbus
Telefon: 0355 46-​2468

Oberhavel Kliniken, Standort Oranienburg
Robert-Koch-Straße 2–12, 16515 Oranienburg
Telefon: 03301 66-3017

Sana Kliniken Niederlausitz, Standort Lauchhammer
Friedensstraße 18, 01979 Lauchhammer
Telefon: 03573 75-3770

Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel
Hochstraße 29, 14770 Brandenburg an der Havel
Telefon: 03381 41-2900

Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg
Fehrbelliner Straße 38, 16816 Neuruppin
Telefon: 03391 39-4515

Beratung und Schutz

Opferhilfe Land Brandenburg e.V.

Auf Wunsch kann Ihnen der Kontakt zu Beratungsstellen der Opferhilfe Land Brandenburg e.V. vermittelt werden, die streng vertraulich, optional anonym, kostenlos und in allen Sprachen (per Übersetzer*innen) beraten.

Projektmitwirkende

Das Angebot wird durch das Ministerium für Gesundheit und Soziales (MGS)) des Landes Brandenburg gefördert, vom Brandenburgischen Landesinstitut für Rechtsmedizin (BLR) koordiniert und kooperiert zu Fragen der psychosozialen Beratung von Betroffenen mit der Opferhilfe Land Brandenburg e.V.

Weiterführende Informationen zum Modellprojekt „Medizinische Soforthilfe und vertrauliche Spurensicherung nach Vergewaltigung“ des Landes Brandenburg erhalten Sie unter: https://sos-nach-vergewaltigung.de/ 

Bei Fragen zur Aufbewahrung des vertraulich gesicherten Spurenmaterials können Sie sich per E-Mail an die Koordinierungsstelle des Brandenburgischen Landesinstituts für Rechtsmedizin (BLR) an vss@blr.brandenburg.de wenden.