Im Department für Gefäßchirurgie führen wir Eingriffe am arteriellen und venösen Gefäßsystem durch. Wann immer möglich, setzen wir dabei auf minimal-invasive Eingriffe durch die Nutzung moderner endovaskulärer Therapieverfahren. Im Rahmen des bereits seit 2004 geschaffenen Gefäßzentrums arbeiten wir eng mit der Angiologie und der Radiologie zusammen. Im Rahmen regelmäßiger interdisziplinärer Konferenzen legen wir gemeinsam das optimale Therapieverfahren für jeden einzelnen Patient*in fest.

Unsere Patient*innen betreuen wir gemeinsam mit der Klinik für Angiologie. Durch gemeinsame Visiten mit den ärztlichen Kolleg*innen der Inneren Medizin können unkompliziert weitere medizinische Fragestellungen gelöst werden. Es stehen modern eingerichtete Zweitbettzimmer zur Verfügung. Auf Wunsch kann gegen Zuzahlung auch eine Unterbringung in Einzelzimmern auf der Station Belvedere erfolgen.

Symbolbild eines Gefäßes

Symbolbild eines Gefäßes

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So erreichen Sie uns

Kontaktinformationen

Department für Gefäßchirurgie

Departmentleiter: Dr. med. Peter Olschewski
Sekretariat: Nicole Scheddin

0331 241-35302

0331 241-35300

gefaesschirurgie@klinikumevb.de

Charlottenstraße 72, 14467 Potsdam


Lageplan

Station D4, Haus D, Ebene 4

0331 214-36147


Gefäßchirurgische Sprechstunde

Allgemeine Gefäßchirurgische Sprechstunde, Aortensprechstunde, Shuntsprechstunde sowie die vor- und nachstationäre Behandlung

Praxis für Gefäßchirurgie

0331 241-33391

 

Unsere Behandungsschwerpunkte

Im Department für Gefäßchirurgie bieten wir das gesamte Spektrum zur Therapie von Erkrankungen des arteriellen und venösen Gefäßsystems an. Durch die Kombination von offenen und endovaskulären Methoden können wir für jeden einzelnen Patient*in das optimale Verfahren nutzen.

Angebotene Therapieverfahren:

  • Endovaskuläre (inklusive fenestrierter und gebranchter Prothesen) und offene Therapie von Aneurysmata (Aussackungen von Blutgefäßen)
  • Stadiengerechte Therapie der peripheren arteriellen Verschlusserkrankung (pAVK, Schaufensterkrankheit)
  • Beseitigung von Engstellen der Halsschlagader (Carotis- Stenose) zur Prophylaxe von Schlaganfällen
  • Anlage von arterio-venösen Fisteln sowie von Prothesenshunts zur Hämodialyse
  • Implantation venöser Verweilsysteme zur Chemotherapie oder parenteralen Ernährung (Ports)
  • Stadiengerechte Therapie von Varizen (Krampfadern)und Folgeerkrankungen (Unterschenkelgeschwüre, chronische Wunden)

Eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung für die Therapie von gefäßchirurgischen Notfällen (wie zum Beispiel Aneurysmata und akuten Gefäßverschlüssen) ist gewährleistet.

Ein hochmoderner Operationssaal mit einer Angio Suite ermöglicht die minimal-invasive Behandlung von zahlreichen Gefäßerkrankungen. Die Kombination von offenen und endovaskulären Behandlungsverfahren (sogenannte Hybrid-Verfahren) bietet Ihnen sehr viele Vorteile, unter anderem deutlich kleinere Wundflächen, wodurch spezifische Komplikationen vermieden werden können.

Ein Aneurysma ist eine Aussackung der Gefäßwand. Mit zunehmender Größe steigt das Risiko für eine Ruptur, ein Platzen des Aneurysmas. Eine lebensbedrohliche, innere Blutung ist die Folge. Um dem vorzubeugen, dient eine prophylaktische Ausschaltung des Aneurysmas. Diese Ausschaltung kann minimal-invasiv durch die Implantation eines Stentgrafts erfolgen. Ein Stentgraft besteht aus einem Drahtgeflecht und einem Kunststoffmantel, durch welchen das Aneurysma von innen ausgeschaltet wird. Dieser Eingriff kann in Narkose, aber auch unter lokaler Betäubung durchgeführt werden, da nur sehr kleine Wunden im Bereich der Leisten entstehen.

Im Department für Gefäßchirurgie werde konventionelle  Stentgrafts sowie solche mit sogenannten Fenestrierungen oder Seitenarmen implantiert. Diese letztgenannten Stentgrafts werden bei Aneurysmen genutzt, bei welchen die Nierenarterien bzw. Darmarterie aus dem Aneurysma entspringen. Für diese Eingriffe ist ein Hybrid-OP sehr wichtig, wie er im Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam zur Verfügung steht.

Bei der (peripheren) arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) handelt es sich um eine Durchblutungsstörungen, die die Arterien des Körpers betrifft, vor allem in Beinen und Füßen. Die Arterien transportieren das sauerstoffreiche Blut und versorgen alle Organe mit Nährstoffen. Durch chronische Entzündungsprozesse entstehen Verkalkungen der Arterien (die sogenannte Arteriosklerose), die im fortschreitenden Stadium zu Engstellen oder vollständigen Verschlüssen der Arterien führen.

Im Anfangsstadium der Erkrankung können Betroffene meist nur eine eingeschränkte Gehstrecke zurücklegen, sodass aufgrund der beim Gehen erforderlichen Pausen auch von der Schaufensterkrankheit gesprochen wird. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung droht das Absterben der Zehen oder Füße („Raucherbein“) mit der Notwendigkeit einer Amputation. Auch wenn kleine Wunden nicht abheilen, sollte immer an eine Durchblutungsstörung gedacht werden.

Um ein Voranschreiten der Erkrankung zu vermeiden und die Durchblutungsstörung erfolgreich zu behandeln, findet zunächst eine sorgfältige Diagnostik statt. Die Therapie erfolgt in Abhängigkeit der Beschwerden. Grundsätzlich sollten immer alle Risikofaktoren ausgeschaltet werden. Dies betrifft häufig das Rauchen, aber auch Fettstofftwechselstörungen können die Ursache für die Verkalkung der Arterien sein.

In fortgeschrittenen Stadien ist eine Wiedereröffnung der Blutgefäße durch eine Ballondilatation, ggf. kombiniert mit einer Stentimplantation, sinnvoll. Auch kann die Anlage eines Umgehungskreislaufes (Bypass-Operation) eine Möglichkeit sein.

Am Klinikum in Potsdam werden Behandlungsmöglichkeiten für alle Stadien angeboten. Ist eine Bypassoperation erforderlich, wird bevorzugt ein sogenannter Venenbypass angelegt. Die Offenheitsraten von Venenbypässen sind denen von Prothesenbypässen überlegen. Insbesondere die Anlage von cruralen und pedalen Venenbypässen, welche häufig zur Behandlung des diabetischen Fußsyndroms erforderlich sind, erfordert eine besondere gefäßchirugische Expertise. Die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms erfolgt in enger Kooperation der Angiologie sowie der Endokrinologie und Diabetologie.

Für die Durchführung einer Blutwäsche (Hämodialyse), zum Beispiel bei einer chronischen Nierenerkrankung oder bei akutem Nierenversagen ist ein spezieller Zugang zu einem Blutgefäß notwendig. Dieser kann durch eine operative Verbindung zwischen einer Schlagader (Arterie) und Blutader (Vene) geschaffen werden und wird als „Shunt“ bezeichnet. Über diesen Shunt kann das Blut bei einer Dialysebehandlung entnommen und wieder zurückgegeben werden. Meistens werden Shunts im Bereich des Armes, seltener an den Schlüsselbein-, Hals- oder Leistengefäßen geschaffen.

Für Patient*innen, die auf eine dauerhafte Dialysetherapie angewiesen sind, ist ein gut funktionierender Shunt von herausragender Bedeutung. Im Department für Gefäßchirurgie besteht eine besondere Expertise für die Anlage, aber auch für die Korrektur (Wiedereröffnung, Beseitigung von Stenosen) von Dialyseshunts. Dies betrifft sowohl Shunts aus körpereigenen Venen als auch sogenannte Prothesenshunts, die aus biologischem oder Kunststoffmaterial bestehen, zum Beispiel wenn die körpereigenen Venen stark vorgeschädigt sind.

Die technische Ausstattung der Operationsräume am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam, unter anderem durch einen Hybrid-OP und die Möglichkeit zur intraoperativen Blutflussmessung, ermöglichen die Behandlung bei sehr schwierigen Venenverhältnissen. Hierzu gehören die Anlage von Prothesenshunts bei zentralen Venenverschlüssen, die Anlage von Oberschenkel-Loop-Shunts als auch die Anlage von arterio-arteriellen Dialysezugängen.

Darüber hinaus nimmt das Department für Gefäßchirurgie an klinischen Studien zur Verbesserung der Qualität von Dialysefisteln teil.

Wöchentlich findet eine Shuntkonferenz zusammen mit der Klinik für Nephrologie statt, um die Behandlungsstrategie und die optimalste Shuntvariante für jeden Patienten individuell festzulegen.

Am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam ist eines der wenigen Portzentren in Deutschland etabliert. Jährlich werden bis zu 300 Port- bzw. Kathetersysteme implantiert. Portsysteme werden zur Infusion von Chemotherapeutika genutzt. Für betroffene Patient*innen ist ein gut funktionierendes Portsystem eine wichtige Voraussetzung für die Durchführung einer Chemotherapie. Ein Portsystem kann sehr gut unter lokaler Betäubung auch ambulant implantiert werden.

Schlaganfälle sind ein sehr komplexes Krankheitsbild mit unterschiedlichen Ursachen. Engstellen im Bereich der Halsgefäße (a. carotis und a. vertebralis) haben hierbei eine zentrale Rolle. Diese Engstellen sind eine Folge der sogenannten Arteriosklerose, also einer chronischen entzündlichen Veränderung der Gefäßwand. Typischerweise treten diese Engstellen an der sogenannten Carotis- Gabel auf, als eine Aufzweigung der Halsarterie. Wenn die Engstelle ein gewisses Maß überschreitet ist eine Operation mit Entfernung der Engstelle empfehlenswert. Dies trifft vor allem dann zu, wenn bereits Vorläufer-Symptome eines Schlaganfalls auftreten oder tatsächlich ein Schlaganfall eingetreten ist. Die Entscheidung, ob eine Operation anzuraten ist, wird nach interdisziplinärer Besprechung mit der behandelnden Klinik für Neurologie getroffen. In seltenen Fällen ist als Alternative zur Operation die Implantation eines Stents sinnvoll. Auch diese Behandlungsoption ist am Klinikum Ernst von Bergmann gegeben.

Das Department für Gefäßchirurgie lässt die Ergebnisse seiner Carotisoperationen durch regelmäßige Teilnahme am Qualitätsregister der deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie überprüfen. Alle Operationen erfolgen unter ständiger Kontrolle der Gehirndurchblutung um das Operationsrisiko für den Patienten so gering wie möglich zu halten.

Viele Patient*innen werden zur operativen Therapie bei symptomatischen Stenosen von neurologischen Spezialabteilungen in Brandenburg in das Klinikum Ernst von Bergmann übernommen. Bei dringlichen Verlegungen stehen wir unter der Telefonnummer 0331 241-35302 zur Verfügung.

Krampfadern (Varicosis) entstehen durch eine chronische Undichtigkeit der Venenklappen. Die Venen führen das sauerstoffarme Blut zum Herzen zurück. Funktionieren die Venenklappen nicht mehr regelrecht, kommt es über längere Zeiträume zu eine Ausweitung und Krümmung der oberflächlichen Beinvenen. Die Behandlung erfolgt entweder durch eine sogenannte Kompressionstherapie oder durch eine operative Entfernung der erkrankten Venenabschnitte. Hierfür ist eine Ultraschalluntersuchung erforderlich, um auch die ursächlichen undichten Venenklappen zu behandeln. Die Krampfader Operation wird in aller Regel ambulant durchgeführt. In fortgeschrittenen Stadien, zum Beispiel bei vorliegenden Unterschenkelgeschwüren, ist auch eine stationäre Therapie erforderlich.

"Erkrankte oder verschlossene Blutgefäße müssen schnell und sicher behandelt werden - dafür sorgt unser Team der Gefäßchirurgie täglich." 

Dr. med. Peter Olschewski, Departmentleiter

Auf dem neuesten Stand

Aus-, Fort- und Weiterbildung

Wir bieten unseren Mitarbeitenden sowie interessierten Kolleg*innen aus anderen Kliniken und dem niedergelassenen Bereich regelmäßig Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten an. Hierzu führen unsere Ärzt*innen sowie Expert*innen selbst interne und externe Veranstaltungen durch. Zudem verstehen wir uns als Ausbildungszentrum für Ärzt*innen außerhalb unseres Klinikums und nehmen regelmäßig an nationalen und internationalen Kongressen und Symposien teil, um auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu bleiben.

Unsere Klinik bringt sich aktiv in die Ausbildung von jungen Kolleg*innen ein. Falls Sie die Weiterbildung zur Chirurgin oder zum Chirurgen an unserem Haus durchlaufen oder sich für den Schwerpunkt Gefäßchirurgie entscheiden, freuen wir uns, Sie in unserem Team zu begrüßen. Unser Department verfügt über alle technischen und personellen Voraussetzungen zur Weiterbildung in offenen und interventionellen gefäßchirurgischen Verfahren. Der Erwerb von Zusatzqualifikationen  (Strahlenschutzkurse, Sonographiekurse, Interventionelle Kurse) wird ausdrücklich unterstützt. 

Unsere Weiterbildungsbefugnis:

  • Gefäßchirurgie (48 Monate)
  • Basisweiterbildung Chirurgie (24 Monate)

Weiterbildung zum Gefäßassistenten/ zur Gefäßassistentin (DGG)

Wir bilden zur Gefäßassistentinnen bzw. zum Gefäßasssistenten aus. Voraussetzung hierfür ist zum Beispiel eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger/in, OP- Pfleger/in, Arzthelfer/in, OTA oder ATA. Es handelt sich um eine berufsbegleitende Ausbildung.

Angebote für Studierende

Interessierten Studierenden bieten wir die Möglichkeit zur Durchführung von Famulaturen und des chirurgischen Tertials im Rahmen des Praktischen Jahres (PJ) an. Neben der regelmäßigen Mitarbeit und Ausbildung auf Station und bei Operationen bietet das Department folgende weiteren Angebote:

  • Regelmäßige Vorträge zu Gefäßchirurgische Themen
  • Chirurgischer Nahtkurs für Studierende

Unsere Qualität zeichnet uns aus