Mikrochirurgische Refertilisierung

Beim Mann kann ein Samenwegsverschluss aufgrund einer Sterilisation oder Entzündung entstanden sein. Besteht nach Sterilisation ein (erneuter) Kinderwunsch, so können wir je nach Lokalisation und Verschlusslänge die Zeugungsfähigkeit durch eine mikrochirurgische Vasovasostomie (mehrschichtige Neuverbindung der Samenleiter) oder Tubulovasostomie (Verbindung von Samenleiter und Nebenhoden) wiederherstellen. Die sogenannte „Umkehrung der Vasektomie“ erfolgt in einem etwa zweistündigen komplikationsarmen Eingriff in Vollnarkose. Hierbei wird unter Verwendung eines speziellen hochauflösenden Operationsmikroskops mit sehr feinen Präzisionsinstrumenten sowie äußerst dünnem Nahtmaterial (i.d.R. Nylonfäden der Stärke 10-0/11-0) eine Reanastomosierung (Wiederverbindung) der Samenleiterenden hergestellt. Bei mehr als 90 % der Männer kann eine erneute Durchgängigkeit der Samenleiter erreicht werden. Welcher der beiden Eingriffe letztlich notwendig ist, entscheidet sich intraoperativ durch eine spezielle Untersuchung der Samenflüssigkeit unter dem Lichtmikroskop.

Die Erfolgsaussichten für eine Refertilisierung hängen von verschiedenen Faktoren ab. Neben den individuellen Voraussetzungen des Mannes (Alter, Fertilität und Zeitpunkt der Sterilisation) und der Partnerin (v.a. Fertilität und Alter), sind vor allem auch die Expertise und Erfahrung des Operateurs sowie die apparativen Voraussetzungen (OP-Mikroskop, Instrumente, Nahtmaterial) entscheidend.

Bei insgesamt schwierigeren Grundvoraussetzungen kann ggf. auch im gleichen Eingriff zusätzlich die TESE (Testikuläre Spermienextraktion) nach vorheriger Absprache und gemeinsamer Vorbereitung mit dem Kinderwunschzentrum Potsdam erfolgen.

Entgegen landläufiger Meinungen ist der Abstand zur Sterlisation nur ein nachrangiger Faktor und nicht maßgeblich am Erfolg oder Misserfolg der Refertilisierung bzw. Realisierung des Kinderwunsches beteiligt.

„Bei Frauen unter 30 Jahren liegt die Schwangerschaftsrate nach Refertilisierungsoperation des Mannes bei über 80 Prozent."

Dr. med. Wilhelm Lindenau, FEBU

Das Alter der Partnerin hingegen ist für die Realisierung des Kinderwunsches der wichtigste Prognosefaktor. Bei Frauen unter 30 Jahren liegt die Schwangerschaftsrate nach Refertilisierungsoperation des Mannes bei über 80 %, ab dem 40. Lebensjahr dagegen nur noch bei 22 %. Letztlich kommt es auf alle Variablen an. Es konnte jedoch auch bereits bei ungünstigen Ausgangsbedingungen die Realisierung des Kinderwunsches erreicht werden.

Nach stattgehabter Sterilisation des Mannes stellt sich bei erneutem Kinderwunsch die Frage, auf welchem Wege dieser erreicht werden kann. Prinzipiell gibt es neben der hier genannten Refertilisierung des Mannes mit einer Schwangerschaft auf natürlichem Wege noch die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung. Hierbei müssen beim Mann jedoch bei Samenwegsverschluss zunächst Spermien über eine Hodenbiopsie oder mikrochirurgisch aus dem Nebenhoden gewonnen werden. Ebenso müssen bei der Frau Eizellen nach einer Hormonstimulation über eine ultraschall-gesteuerte Punktion der Eierstöcke von der Scheide aus gewonnen werden. Anschließend erfolgt die ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion) und die Übertragung von in der Regel  2 Embryonen in die Gebärmutter der Frau. Die Erfolgschancen liegen hier bei etwa 35 % pro ICSI-Zyklus und die anfallenden Kosten sind im Vergleich zu einer Refertilisierung weitaus teurer.

Die Refertilisierung des Mannes ermöglicht somit die Erfüllung des Kinderwunsches auf natürlichem Wege und ist im Vergleich zur nötigen und belastenden Hormonstimulation der Lebenspartnerin bei ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion), für die meist mehrere Durchläufe benötigt werden, sogar kostengünstiger.

Der Eingriff wird ausschließlich von mikrochirurgisch erfahrenen Operateuren durchgeführt.

Die Oberärzte Dr. Lindenau und Fr. Lahr-Eigen wurden unter Herrn Prof. Dr. Oesterwitz, welcher über einen reichen Erfahrungsschatz von mehr als 1.800 durchgeführten mikrochirurgischen Refertilisierungen verfügt und somit einer der renommiertesten deutschen Mikrochirurgen in diesem Gebiet war, jahrelang ausgebildet. Bei 70 % der Paare erfüllte sich nach von ihm an unserem Hause durchgeführter Vaso- oder Tubulovasostomie der Kinderwunsch. Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Popken habilitierte im Jahre 2000 zum Thema der mikrochirurgischen Vasovaso- und Tubulovasostomie und verfügt ebenso über einen reichen Erfahrungsschatz in der Durchführung dieser Operation.

Die Kosten für den Eingriff beinhalten:

  • Anästhesie (Vollnarkose)
  • Operation
  • Alle Medikamenten-/Material- und Personalkosten
  • Nutzung des hochauflösenden Spezialmikroskops
  • Spezialfäden
  • Nutzung der OP-Räume
  • Mehrstündiger Aufenthalt im Aufwachraum des ambulanten OP-Zentrums
  • medizinische Nachsorge 

Eine detaillierte Kostenaufstellung wird Ihnen auf Anfrage bei Beratung zugesandt.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.vasovasostomie-experten.de

www.vasovasostomie-berlin.de

www.vasovasostomie-brandenburg.de

Einen Termin zu Vorgespräch, Untersuchung und Sonografie erhalten Sie via E-Mail: urologie@poliklinikevb.de

Podcast Empfehlung

"Männergesundheit": Prof. Popken spricht über Refertilisierung

Unser Chefarzt der Klinik für Urologie, Prof. Dr. Gralf Popken, war zu Gast beim Podcast "Männergesundheit" und hat mit Dr. Jonathan Apasu gesprochen. In der aktuellen Podcast-Folge geht es um Mythen, medizinische Fakten und persönliche Beweggründe rund um das Thema männliche Fruchtbarkeitskontrolle. Prof. Popken erklärt, wie der Eingriff abläuft, was wirklich hinter der „dauerhaften Unfruchtbarkeit“ steckt und unter welchen Umständen eine Rückgängigmachung möglich ist.

Ein Muss für alle, die sich ehrlich und fundiert über dieses sensible Thema informieren möchten. 

Hier geht es zum Podcast: #52 - Unfruchtbar durch Vasektomie? Experte klärt auf! | Prof. Dr. Gralf Popken bei Männergesundheit

So erreichen Sie uns

Kontaktinformationen

Mikrochirurgische Refertilisierung

Leitung: Prof. Dr. med. Gralf Popken, Dr. med. Wilhelm Lindenau, (FEBU, Medikamentöse Tumortherapie)
Operation: Dr. med. Wilhelm Lindenau (FEBU, Medikamentöse Tumortherapie), Dorothee Lahr-Eigen (FEBU, Medikamentöse Tumortherapie)
Sekretariat: Stefanie Sonnemann

0331 241-36922

stefanie.sonnemann@klinikumevb.de

 

 

Ihre Ansprechpartner*innen

Unsere Behandlungsschwerpunkte

Mikrochirurgische Refertilisierung

  • mikrochirurgische Vasovasostomie (mehrschichtige Neuverbindung der Samenleiter)
  • Tubulovasostomie (Verbindung von Samenleiter und Nebenhoden) 

Feedback

Unsere Patient*innen sagen:

"Hallo Frau Lahr Eigen, hallo Herr Lindenau, 

nach meiner Vasovasostomie Anfang des Jahres hatte ich zunächst noch ordentlich mit Schwellungen und Blutergüssen zu tun. Nichtsdestotrotz möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen beiden bedanken und Ihnen mitteilen, dass wir im Mai 2026 ein neues Familienmitglied erwarten dürfen. Sechs Monate nach der Operation und gleich beim ersten Versuch ohne Verhütung war es tatsächlich ein Volltreffer. 

Ich wollte mich nochmals für die gute Behandlung und Betreuung bedanken. Es freut uns sehr, dass alles so gut geklappt hat."

"Guten Tag Frau Lahr-Eigen,

ich möchte Ihnen gern mitteilen, dass am 26.09.2025 unser Sohn geboren wurde. Dementsprechend war die Refertilisierung vom September 2024 mehr als erfolgreich und vor allem schnell :-)"

"Im Rahmen einer Selbstzahler-OP war ich Patient und wurde über das Ambulante OP-Zentrum (AOPZ) „verarztet“. Von der Aufnahme bis zum Entlassen war alles fantastisch:

  • die Schwester, die mir alles erklärt hat und für meinen Komfort sorgte
  • die Anästhesie-Schwester, die wirklich fürsorglich und beruhigend kurz vor der OP auf mich einwirkte
  • nach dem Aufwachen wurde ich auch restlos gut versorgt!
  • die Nachbesprechung, die effizient und ohne großes „Drumherumreden“ ablief

Frau Lahr-Eigen und Kollegen haben einen wunderbaren Job gemacht und ich möchte dieses Krankenhaus aufgrund meiner Erfahrung, zumindest in diesem Bereich, gerne weiter empfehlen. Vielen vielen Dank."

"Sehr geehrte Frau Lahr-Eigen, sehr geehrter Herr Dr. Lindenau,

es gibt sehr positive Neuigkeiten. Die OP im Januar war erfolgreich und wir haben sogar schon Woche 16 geschafft. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es ein Junge. Vielen lieben Dank, dass Sie die OP durchgeführt haben und wir trotz des drohenden Streiks immer von Tag zu Tag geschaut und abgewartet haben."

"Sehr geehrte Frau Lahr-Eigen,

wir danken Ihnen und Ihrem Team ganz herzlich für Ihre heilende Arbeit, welche das Leben von unserem Sohn ermöglichte. Er erblickte am 25.09. bei uns Zuhause die Außenwelt."

"Liebe Frau Lahr-Eigen,

Sie hatten mich im März operiert und ich möchte Ihnen mitteilen, dass die OP erfolgreich war.
Vielen Dank und Ihnen Alles Gute!"

"Liebe Frau Lahr-Eigen, Sie hatten mich am im März operiert und ich möchte Ihnen mitteilen, dass die OP erfolgreich war. Vielen Dank und Ihnen alles Gute!"

"Wir sind dem Klinikum EvB unendlich dankbar für die so erfolgreiche Refertilisierung und die Betreuung/Beratung rund um das Thema. Wir werden Sie definitiv weiter empfehlen!"

"Am 23. April 2023 hat unser Sohn als Frühchen im Bergmann-Klinikum in Potsdam das Licht der Welt erblickt. Geplant war er für den 31. Mai 2023, aber, wer viel plant, den trifft bekanntlich der Zufall um so härter. Alles lief gut und er erfreut sich seitdem bester Gesundheit, wächst und gedeiht. 

Auf diesem Wege möchten wir Herrn Dr. Lindenau und Frau Lahr-Eigen und dem Team den allergrößten Dank für diese Meisterleistung aussprechen, den Sie in Ihrer Erfolgstatistik verbuchen können!"